Drohbrief: „Gnadenlose Jagd auf alle, die sich für Flüchtlinge einsetzen“

Unbekannte drohen, Flüchtlinge und deren Unterstützer zu ermorden

Drohbrief: „Gnadenlose Jagd auf alle, die sich für Flüchtlinge einsetzen“

Das Wiesbadener „Bündnis gegen Rechts“ hat bei der Wiesbadener Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Grund dafür ist ein Drohbrief, der Ende Februar bei einer linken Einrichtung in Wiesbaden eingegangen ist.

Wie das Bündnis am Donnerstag auf einer Pressekonferenz erklärte, sei darin mit einer „gnadenlosen Jagd auf alle, die sich für Flüchtlinge einsetzen“ gedroht worden. Die Drohung richte sich gegen alle, die Flüchtlinge in irgendeiner Form unterstützen.

Die anonymen Verfasser des Schreibens drohen außerdem damit, dass Flüchtlinge sterben müssten, wenn die Unterstützung nicht nachlasse. Miteinbezogen wurden dabei auch linke Gruppierungen und Menschen, die Zimmer an Flüchtlinge vermieten. Diese Personen lebten in Zukunft „sehr gefährlich“, konkret heißt es in einem der Drohbriefe: „Ein einfach zu merkender Satz: agiert weiter so, sterben Asylanten. … Wir drücken ab, aber ihr spannt den Hahn“.

Nach langen Überlegungen habe sich das Bündnis, dem auch mehrere Parteien angehören, nun dazu entschlossen, aufgrund des Briefes Anzeige bei der Wiesbadener Staatsanwaltschaft zu erstatten. Wer hinter den anonym verfassten Mitteilungen steckt, ist nicht klar. Ebenfalls unbekannt ist, ob die Drohbriefe in Zusammenhang mit dem derzeit stattfindenden Prozess gegen Ali B. stehen. In dem Brief ist außerdem die Rede davon, dass „Scheinasylanten“ deutsche Frauen vergewaltigen und ermorden.

In einer Pressemitteilung erklärt das Bündnis, dass die Grenze des Hinnehmbaren schon längst überschritten sei: „In Wiesbaden haben sich Gruppen gebildet, die unter dem Deckmantel, soziale Forderungen zu erheben, Hass und Rassismus schüren, Einzelpersonen erhalten Drohungen und der rechte Mob zeigt sich offen auf der Straße.“ Dieser menschenverachtenden Propaganda müssen alle entschlossen gemeinsam die Stirn bieten, heißt es weiter in der Presseerklärung. „Wir wollen in einer offenen Gesellschaft leben.“

(lp)

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