CDU kritisiert E-Tretroller als gefährliche „Hipsterspielzeuge“

Gefährlich, schlecht kontrolliert und eine Behinderung: Die Rathausfraktion der CDU lässt in einem Antrag kein gutes Haar an den E-Tretrollern, die man seit einigen Monaten in Wiesbaden mieten kann. Aber wie schlimm ist die Situation wirklich?

CDU kritisiert E-Tretroller als gefährliche „Hipsterspielzeuge“

„Die E-Tretroller stören die Fußgänger massiv. Das muss dringend vollständig beendet werden.“ Mit deutlichen Worten begründet die CDU-Rathausfraktion ihren Antrag im Ortsbeirat Mitte zum Thema E-Tretroller. Die Fraktion forderte den Magistrat zu etlichen Änderungen hinsichtlich der elektrischen Gefährte auf.

Die Roller würden regelwidrig und behindernd abgestellt, in verbotenen Bereichen wie der Fußgängerzone genutzt und seien ohnehin nur „Hipsterspielzeuge“, die andere Verkehrsteilnehmer gefährden und belästigen. Die Verkehrspolizei, so die Fraktion, sei darüber hinaus nicht in der Lage, der Problematik Herr zu werden. Der Antrag ist nicht der erste dieser Thematik, und auch wenn er nicht beschlossen wurde: Die Vorwürfe bleiben bestehen.

Situation in Wiesbaden

„Ruhige und friedliche Verhältnisse“ - Winnrich Tischel, Leiter Straßenverkehrsamt

Für eine erste Bilanz, wie es in den rund vier Monaten mit E-Tretrollern in Wiesbaden aussieht, ist es aber sowohl den beiden Anbietern „Lime“ und „Tier“, als auch Winnrich Tischel, Leiter des Straßenverkehrsamts, noch zu früh. Die erste Einschätzung falle aber durchaus positiv aus: „Im Vergleich zu anderen Städten haben wir in Wiesbaden ruhige und friedliche Verhältnisse“, so Tischel.

Von schweren Unfällen mit E-Rollern seien die Fahrer und Fußgänger in der Stadt bislang verschont geblieben. Weder der Landes- noch der Verkehrspolizei lägen dazu Informationen vor. Beschwerden über das neue Verkehrsmittel gebe es aber trotzdem: „Die Beschwerdelage hinsichtlich des Fahrens auf Gehwegen oder in der Fußgängerzone ist sehr klein“, sagt Tischel. Der Großteil der eingegangenen Beschwerden beziehe sich auf das falsche Abstellen der Roller. „Aber auch diese Beschwerdelage ist klein.“ Auf schriftlichem Wege habe man bislang lediglich rund zehn Beschwerden erhalten.

„Nehmen die Sorgen ernst“ - Winnrich Tischel, Leiter Straßenverkehrsamt

Selbst im Seniorenbeirat sei die Stimmung besser als zur Einführung der Roller. Dort hatte man Angst vor den lautlosen Gefährten. „Diese Sorgen nehmen wir natürlich sehr ernst“, erklärt Tischel. Aber auch dort sei man inzwischen wesentlich unbesorgter, hatten sich viele Befürchtungen doch nicht bewahrheitet.

Hype schon vorbei?

ESWE Verkehr steht als Mobilitätsdienstleister in Wiesbaden in ständigem Austausch mit den Roller-Anbietern. Und auch Tischel lobt die „guten Gespräche“, die man mit den Firmen bereits geführt habe. Bei Beschwerden, die auch Fußgänger beispielsweise über falsch parkende Roller an die Unternehmen richten können, habe man stets reagiert. „Und gerade für das Entfernen falsch abgestellter Roller sind die Anbieter selbst verantwortlich“, sagt Tischel und weist darauf hin, dass man die Fahrzeuge aber auch selbst bewegen könne und dürfe. Eine zugeparkte Einfahrt hat also keine so schweren und zeitraubenden Konsequenzen wie im Falle eines falsch geparkten Autos.

Tischel glaubt, der Anfangs-Hype um die E-Roller sei ohnehin bereits abgeebbt. „Am Anfang wollte das jeder natürlich zumindest einmal ausprobiert haben“, sagt er. Hinzu kommt das nassere und kühlere Wetter, das weniger Wiesbadener dazu einlädt, eine Runde mit dem E-Roller zu drehen. „Jetzt wird sich herauskristallisieren, welche Nutzerstruktur sich im Alltag wirklich bildet“, so der Leiter des Straßenverkehrsamtes. Und auch die Anbieter würden dies genau beobachten. Angaben dazu könne man derzeit aber noch nicht machen. (ab)

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