Auf Wiesbadener Toiletten könnte es bald kostenlose Tampons und Binden geben

Das Jugendparlament will, dass die Stadt Mittel für kostenfreie Menstruationshygieneprodukte an öffentlichen Toiletten zur Verfügung stellt. Frauen sollen dadurch entlastet werden.

Auf Wiesbadener Toiletten könnte es bald kostenlose Tampons und Binden geben

Es ist ein Moment, den so ziemlich jede Frau schon einmal in ihrem Leben erlebt hat: Man ist unterwegs, geht auf Toilette und merkt, dass die Periode unerwartet eingesetzt hat. Nicht immer haben Frauen in diesen Momenten Tampons, Binden, oder andere Menstruationshygieneprodukte dabei. Wenn dann niemand aushelfen kann, bedeutet das Stress. Denn bis zur nächsten Drogerie ist es meist zu weit.

Diese Situation will der Ausschuss für Frauen, Wirtschaft und Beschäftigung den Wiesbadenerinnen in Zukunft ersparen. In dem Ausschuss wurde in dieser Woche ein Antrag der „Projektgruppe Gleichberechtigung“ im Jugendparlament diskutiert. Die Gruppe will, dass Frauen künftig Binden, Tampons und Co. kostenlos in öffentlichen Wiesbadener Toiletten aus dem Automaten ziehen können.

Projektgruppe will mehr Gleichberechtigung

„Von Frauen wird erwartet, normal weiterzuleben und -arbeiten während sie ihre Regelblutung haben. Die Bereitstellung von Monatshygiene sollte dementsprechend ähnlich selbstverständlich sein, wie die von Toilettenpapier oder Seife an öffentlichen Toiletten“, heißt es in dem Antrag. Auch die Kosten seien ein Grund, warum es sinnvoll sei, Frauen zu entlasten.

„Wiesbaden hat nun die Möglichkeit ein Zeichen für den Fortschritt in Sachen Gleichberechtigung zu setzen.“

„Grob gerechnet verbraucht eine Frau in ihrem Leben durchschnittlich mindestens 10.000 Tampons. Das wären Kosten von rund 700 Euro“, so die Gruppe. Das sei Geld, das an anderer Stelle eingespart werden und das ausschließlich Frauen zahlen müssten. Vor allem für Geringverdienerinnen sei das eine große Belastung. „Deutschland wird gerne als Land des Fortschritts bezeichnet“, so die Gruppe weiter. „Wiesbaden hat nun die Möglichkeit ein Zeichen für den Fortschritt in Sachen Gleichberechtigung zu setzen.“

Magistrat soll Finanzierung prüfen

Der Ausschuss hat eine leicht veränderte Form des Antrags angenommen. Der Magistrat soll jetzt prüfen, ob es möglich wäre, Automaten in allen Toiletten städtischer Einrichtungen aufzustellen, aus denen Frauen die Hygieneprodukte ziehen können. Auch, ob und wie das finanzierbar wäre, soll der Magistrat mitteilen. Je nachdem wie das Ergebnis ausfällt, wird dann über Details oder Kompromisse entschieden. So könnte beispielsweise — wenn keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen — eine geringe Gebühr für die Produkte erhoben werden. (js)

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