Heidenmauer: Warum die Sanierung so lange dauert

Während die Restaurierung des Römertors schon 2014 abgeschlossen wurde, ist die angrenzende Heidenmauer seit Jahren eine Baustelle. Diese wird wohl auch noch für längere Zeit bestehen bleiben.

Heidenmauer: Warum die Sanierung so lange dauert

Das Römertor in der Coulinstraße gehört mit der angeschlossenen Heidenmauer zu den bekanntesten Wahrzeichen der Landeshauptstadt. Während es sich bei dem hölzernen Römertor um eine historische Rekonstruktion aus dem frühen 20. Jahrhundert handelt, gilt die Heidenmauer als das größte Zeugnis der römischen Antike in Wiesbaden.

Dort hat das Alter aber seine Spuren hinterlassen, sodass bei beiden Bauwerken eine aufwendige Sanierung eingeleitet wurde. Während das Römertor schon seit 2014 in neuem Glanz erstrahlt, ist die Heidenmauer seit Jahren in Baugerüste gehüllt. Die damit verbundenen Sanierungsarbeiten scheinen sich sich seit langem zu ziehen, wie Merkurist-Leserin Stella in ihrem Snip anmerkt.

Lange Untersuchungen

Grund für die lange andauerenden Sanierungen ist das Alter der Mauer, wie Ariane Patzelt vom Baudezernat erklärt: „Der zunächst lang anmutende Zeitraum von zwei Jahren ist den aufwendigen bauhistorischen, statischen und restauratorischen Untersuchungen und Abstimmungen geschuldet.“ Der Beauftragte Restaurator musste sich die fast 2000 Jahre alte Bausubstanz dabei ganz genau betrachten. Diese musste zunächst aufwendig gereinigt und gesichert werden und wurde zusätzlich durch einen Kulturgutvermesser genau dokumentiert.

Gleichzeitig nahmen Historiker die Baugeschichte der Mauer unter die Lupe. „Dabei soll durch kontinuierliche Abstimmungsgespräche zwischen Landes- und städtischer Denkmalbehörde, dem Landesarchäologen, dem Institut für Steinkonservierung (IFS) dem einmaligen Baudenkmal eine historisch gerechte Würdigung und Behandlung widerfahren“, erklärt Patzelt.

Zwei bis fünf Jahre

Erst wenn diese Untersuchungen abgeschlossen sind, wird eine Sanierungsfirma die Restaurationsarbeiten beginnen. „Zurzeit wird die Mauer von Taubenkot befreit“, so Patzelt. Danach sollen bis Ende des Jahres das Mauerwerk saniert werden. Ein wichtiges Ziel dabei ist es, das antike Bauwerk vor Erosion zu schützen, welche der Mauer in den vergangenen Jahrhunderten stark zugesetzt hatte. Bewilligt für die Sanierungsarbeiten wurden Gelder in Höhe von 650.000 Euro. Dieser Rahmen soll laut Patzelt auch nicht überschritten werden.

Ein genaues Ende für die Arbeiten kann das Baudezernat momentan noch nicht absehen: „Die Maßnahme ist auf einen längeren Zeitraum angelegt, damit wir der historischen Bedeutung der Heidenmauer gerecht werden können und den Bürgern und Besuchern dieser Stadt im Anschluss der Arbeiten ein dem Ort angemessenes Gesamtbild bieten“, so Patzelt. Sie schätzt, dass die Arbeiten einen Zeitraum von etwa zwei bis fünf Jahren in Anspruch nehmen werden. (ts)

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