Das Klatsch feiert seinen 33. Geburtstag

Am Samstag feiert das Café Klatsch Kollektiv seinen 33. Geburtstag mit einem großen Fest auf der Eltviller Straße. Was die Besucher erwartet.

Das Klatsch feiert seinen 33. Geburtstag

„Selbstbestimmung? Selbstverwaltung? Selbstverständlich!“ - so lauten die Prinzipien des Café Klatsch seit dem Jahr 1984. Und das mit Erfolg: Seit 33 Jahren wird das Café mit abendlichem Kneipenbetrieb nunmehr kollektiv geführt - also ohne Chef. Grund genug also zu feiern: Am Samstag ab 14 Uhr findet das große antifaschistische Straßenfest im Herzen des Rheingauviertels statt. Doch eine Party zum 33. Geburtstag? Findet das Straßenfest nicht eigentlich nur alle fünf Jahre statt?

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Ein Fest mit Freunden

Normalerweise würde auch nur jeder runde Geburtstag groß gefeiert werden, so der Kollektivist Helmut. Dieses Jahr sei aber eine Ausnahme, denn: „Eine Schnapszahl muss gefeiert werden“, sagt er augenzwinkernd. Zusätzlich werde das Fest diesmal stärker unterstützt von befreundeten Wiesbadener Läden der linksalternativen Szene: Die Kreativfabrik und der Kulturpalast mixen Drinks am Cocktailstand, das Sabot verkauft Hochprozentiges und der Schlachthof unterstützt bei Technik und Organisation. Mit Infoständen sind die Kritische Intervention Wiesbaden (KiWi) und die Rote Hilfe vertreten. Hier könne man auch das „Klatsch A-Z“ erstehen, „ein lockeres Lexikon mit humorvollen Einblicken in die Arbeit eines selbstverwalteten Betriebes“. Für das Essen sorgen AntifaGourmet und JosephineSoulFoodCafé, beim Arbeitskreis Umwelt (AKU) gibt es wie jedes Jahr Gutes vom Grill.

„Eine Schnapszahl muss gefeiert werden.“ - Helmut vom Café Klatsch

Die Kleinsten sollen von einem Puppentheater und dem Clown „Herr von Bauch“ unterhalten werden. Außerdem können sie den „Parcours der Sinne“ der Jugend- und Kinderfarm Biberbau erleben oder Figuren aus Speckstein schnitzen. Live-Graffiti gibt es von der Sprayer-Crew des Kontext zu sehen, deren Leinwände mit den Bildern aus der Dose später als Bühnenbild zu sehen sein werden. Abgelegte Klamotten können in der Kleidertauschecke abgegeben oder gegen Neue eingetauscht werden.

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Für die Musik sorgen sechs Bands auf der Straßenbühne: Den Anfang macht die Jazz-Kombo „Project Brandy“, danach geht es weiter mit wavigem Pop von „JFR Moon“ und Deutsch-Rap von „Waldo the Funk“. Die Hannoveraner Band „Passpartout“ spielt deutsch-französischen HipHop, die Wiesbadener Shantypunkrockschlagerbilly-Band „Wayne Jucks“ geht am frühen Abend auf die Bühne und „Karies“ beendet das Fest auf der Straße mit ihrem düster wavigem Deutsch-Punk. Ab 22 Uhr geht die Party im Laden mit einem wilden Mix aus Rock'n'Roll, Garage, Punkrock, Funk, Soul und Ska der DJ´s Joe Cuba und Herr Hobby bis zum Morgengrauen weiter.

„Wenn die Leute erst zwei Stunden später zu uns kommen, weil sie gegen die Rechten demonstrieren gehen, dann sind wir auch nicht böse.“ - Kollektivist Helmut.

Samstagsprogramm: Erst Demo, dann Klatsch

Auch Rainer, Kollektivmitglied der ersten Stunde freut sich schon auf die Party: „Der Sommer war so verregnet, da muss man zum Ausklang nochmal richtig feiern.“ Von dem erneuten Besuch des umstrittenen Bündnisses „Demo für Alle“ mit ihrem Bus der Meinungsfreiheit zur gleichen Zeit auf dem Luisenplatz (Merkurist berichtete) lassen sich die Betreiber des Klatschs auch nicht aus der Ruhe bringen: „Wenn die Leute erst zwei Stunden später zu uns kommen, weil sie gegen die Rechten demonstrieren gehen, dann sind wir auch nicht böse“, so Kollektivist Helmut.

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