Baupreise in Hessen so stark gestiegen wie seit über 40 Jahren nicht mehr

Zimmer- und Holzbauarbeiten größte Preistreiber

Baupreise in Hessen so stark gestiegen wie seit über 40 Jahren nicht mehr

Die Preise für den Bau von Wohngebäuden sind in Hessen im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie seit 41 Jahren nicht mehr. Im Schnitt erhöhten sich die Preise für die einzelnen Bauleistungen wie Rohbau- und Ausbauarbeiten im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent. Größter Preistreiber seien Zimmer- und Holzbauarbeiten gewesen, wo auch das Material deutlich teurer geworden sei. Das teilte das Statistische Landesamt am Dienstag mit.

Rohbauleistungen zogen im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent an, während die Ausbauarbeiten 6,9 Prozent teurer wurden. Den stärksten Preisanstieg von durchschnittlich 28,5 Prozent gab es im Bereich der Rohbauarbeiten bei Zimmer- und Holzbauarbeiten. Zu den größten Preistreibern zählten zudem Betonarbeiten (plus 9,2 Prozent) und Mauerarbeiten (plus 6,9 Prozent), die zusammen einen Anteil von 63 Prozent an den Rohbauarbeiten ausmachten. Einen erkennbaren Einfluss auf die Preisentwicklung von Ausbauarbeiten hätten Arbeiten zum Einbau von Nieder- und Mittelspannungsanlagen (plus 9,4 Prozent) sowie Tischlerarbeiten (plus 8,6 Prozent) genommen.

Eine höhere Preissteigerung als im Jahr 2021 gab es zuletzt 1980, so das Statistische Landesamt. Damals wurde ein Plus von 10 Prozent verzeichnet. Zum Vergleich: 2020 lag der Anstieg im Vorjahresvergleich bei nur 1,1 Prozent. Ein Grund für den starken Anstieg 2021 seien unter anderem viel höhere Materialpreise gewesen. Die befristete Mehrwertsteuer-Senkung vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 hätte im zweiten Halbjahr 2020 außerdem zu einem deutlich geringeren Preisniveau geführt. Daraus sei ein erheblicher Abstand zwischen den Preisen der Jahre 2020 und 2021 entstanden.

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