Analyse: Weniger Stau wegen 9-Euro-Ticket in Wiesbaden

Im deutschlandweiten Vergleich ging der Stau in Wiesbaden besonders stark zurück

Analyse: Weniger Stau wegen 9-Euro-Ticket in Wiesbaden

Das 9-Euro-Ticket sollte nicht nur Berufspendler finanziell entlasten, sondern auch den Autoverkehr reduzieren. Ob das tatsächlich funktioniert, hat nun ein Hersteller von Navigationssystemen für mehrere deutsche Städte ermittelt.

Demnach ergaben die Verkehrsdaten von TomTom, dass es vermutlich einen Rückgang der Stauniveaus „im Zusammenhang mit der Einführung des Neun-Euro-Tickets“ gebe, heißt es dort. So hätten Pendler in fast allen untersuchten Städten bei der Fahrt mit dem Auto zur Arbeit und zurück im Juni weniger Zeit gebraucht als sonst.

Neben Hamburg sei der Vergleich besonders deutlich in Wiesbaden ausgefallen. Dort hätten die Pendler auf einer Strecke, die ohne Stau 30 Minuten dauern würde, durchschnittlich vier Minuten weniger als sonst gebraucht (in Hamburg: 4,2 Minuten).

Verglichen wurden für die Studie der Berufsverkehr in den Kalenderwochen 20 und 25 (16. bis 20. Mai sowie 20. bis 24. Juni). Anfangs habe es kaum Auswirkungen gegeben, inzwischen gebe es jedoch einen „positiven Effekt“ in den untersuchten Städten, wenn auch teilweise sehr unterschiedlich. Eine Verschlechterung der Stauzeiten habe es lediglich in Kiel und Nürnberg gegeben.

Bundesweit wurden im Juni 21 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft, teilt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mit. Zusammen mit den Abo-Kunden hätten mehr als 30 Millionen Menschen das vergünstigte Ticket genutzt.