PIN oder Unterschrift bei Karten-Zahlungen: Wer entscheidet das?

Viele Leute gehen ohne Bargeld in der Tasche einkaufen - ist auch kein Problem, da in fast jedem Laden mit EC-Karte gezahlt werden kann. Aber warum muss man manchmal dabei auf einem Beleg unterschreiben und manchmal den PIN eingeben?

PIN oder Unterschrift bei Karten-Zahlungen: Wer entscheidet das?

„Bar oder mit Karte?“ Diesen Satz hat jeder schon einmal gehört. Wer im Laden an der Kasse steht und kein Bargeld dabei hat, zückt oft die EC-Karte, um zu bezahlen. Dabei ist der Vorgang fast immer derselbe: die Karte in das Lesegerät und dann wird gezahlt. Aber warum muss man den Vorgang manchmal mit der Unterschrift, manchmal mit der PIN-Eingabe bestätigen?

Beides möglich

Beide Varianten sind für den Händler möglich. Unternehmen können also selbst entscheiden, welches Verfahren verwendet wird. Die Bank der einzelnen Kunden hat damit nichts zu tun. Bei der Frage, welches Verfahren verwendet wird, spielen zwei Aspekte eine Rolle: Sicherheit und Kosten. „Wann welche Variante bei der Bezahlung eingesetzt wird, entscheidet das Unternehmen selbst, in Abwägung von Sicherheits- und Kostenaspekten“, so ein Sprecher der Sparkasse Mainz gegenüber Merkurist.

Eine Zahlungsgarantie habe der Händler allerdings nur bei einem der beiden Verfahren. Wer sich für das sogenannte Girocard-Verfahren entscheidet, also für die Eingabe mit PIN, ist auf der sicheren Seite. Der Kunde kann hier nur bezahlen, wenn sein Konto ausreichend gedeckt ist. Er muss also mindestens genauso viel Geld zur freien Verfügung auf seinem Konto haben, wie der Zahlbetrag hoch ist. „Für den Händler besteht hier kein Zahlungsrisiko“, so der Sprecher der Sparkasse Mainz.

Kartenzahlung mit Unterschrift ist weniger sicher

Anders bei dem elektronischen Lastschriftverfahren, also dem Zahlen mit Unterschrift: „Der Zahlungspflichtige erteilt dem Händler ein Lastschriftmandat. Hierfür wird die Unterschrift geleistet“, sagt der Sparkassen-Sprecher. Das Risiko, das der Händler mit diesem Verfahren eingeht, sei hoch. Hat der Käufer nicht genug Geld auf dem Konto, um die Rechnung zu begleichen, dann findet die Transaktion nicht statt. Dazu kommt noch ein kritischer Punkt: der einfache Missbrauch. Wer mit einer geklauten Karte nur unterschreiben muss, hat ein leichteres Spiel. Karte rein, Unterschrift auf den Beleg und schon hat man die Ware in der Hand.

Das Unternehmen Aldi Süd beispielsweise verwendet die Variante der PIN-Kartenzahlung. Zum einen müssen keine Belege über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden und zum anderen sei sie „sicherer, da es sich hierbei um ein garantiertes Zahlverfahren handelt“, so Nastaran Amirhaji, Pressesprecherin von Aldi Süd. Eine Presseanfrage zur Kartenzahlung an die Supermarkt-Kette Rewe blieb bis zum Dienstagabend unbeantwortet.

Kosten für das Unternehmen

Trotzdem entscheiden sich immer noch viele Unternehmen für die Variante mit Unterschrift. „Das elektronische Lastschriftverfahren bedeutet geringeren Aufwand für Kreditinstitute und wird daher auch günstiger angeboten“, sagt der Sprecher der Mainzer Sparkasse. „Um im Vergleich zum Girocard-Verfahren Kosten zu sparen, nehmen viele Händler das höhere Risiko in Kauf.“

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