Unzufrieden mit Leistung: Mann überfällt Prostituierte und beraubt sie

Weil er mit den angebotenen Leistungen nicht zufrieden war, hat ein Mann eine Wiesbadener Prostituierte in ihrem Wohnhaus überfallen und ausgeraubt. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu einem Jahr Haft auf Bewährung.

Unzufrieden mit Leistung: Mann überfällt Prostituierte und beraubt sie

Als einen der größten Fehler seines Lebens, bezeichnete ein 35-Jähriger vor dem Wiesbadener Amtsgericht, was sich im Dezember 2018 in Wiesbaden zugetragen hatte. Mit einer Sturmhaube über dem Gesicht wartete er im Hausflur eines Mehrfamilienhauses in der Wiesbadener Innenstadt. Sein Ziel: Eine 33-jährige Prostituierte, bei der er zuvor schon einmal Kunde gewesen war.

Falsche Leistungen

Jedoch wollte er dieses Mal keineswegs ihre Dienste in Anspruch nehmen, sondern das Geld der Frau. Genau 120 Euro, so viel hatte er einige Wochen zuvor der Prostituierten, die er über eine Anzeige im Internet kennengelernt hatte, gezahlt. Doch diese Dienste waren wohl nicht das, was sich der Freier erhofft hatte. Zunächst hatte er per Telefon immer wieder versucht, ein Treffen mit ihr auszumachen, um sein Geld zurückzuerhalten. Doch die Frau habe ihn nur ausgelacht und aufgelegt.

Das Opfer stellte die Situation vor Gericht etwas anders dar — der Mann habe versucht, mit ihr eine dauerhafte Affäre anzufangen. Da sie solche Kunden bereits kannte, habe sie die Annäherungsversuche jedoch nicht ernst genommen. Der unzufriedene Freier habe sich durch die Zurückweisungen jedoch so stark gekränkt gefühlt, dass er beschloss, sich das Geld mit Gewalt wiederzuholen. Als die Frau von einer Shoppingtour zurückkam und die Haustür aufschloss, sprang er sie mit den Worten „Mein Geld, mein Geld“ von der Treppe aus an und versuchte, ihr die Handtasche von der Schulter zu reißen. Als sich die Frau wehrte, schubste er sie gegen die Briefkästen, schnappte sich die Handtasche und floh. Sie blieb mit einem großen Schrecken und geschwollenen Knien liegen.

Große Reue nach Tat

„Ich bin kein Mensch, der sowas tut.“ - Angeklagter

Da der Freier den Kontakt über ein Telefon seiner Arbeitsstelle aufgenommen hatte, war es für die Polizisten leicht, ihn zwei Tage nach der Tat aufzufinden. Laut dem ermittelnden Polizisten sei er gleich geständig gewesen und zeigte sofort, wie leid ihm das Geschehene tat. Welchen Fehler er da begangen hatte, merkte er schon kurz darauf, als er wegen des Vorfalls seine Arbeit verloren hatte. Für den Marokkaner ein harter Einschnitt, denn mit dem verdienten Geld wollte er seine Familie aus der Heimat nach Deutschland holen. „Seit ich in Deutschland bin, arbeite ich wie ein Roboter“, beschrieb er sein Leben vor dem Gericht. Er sei zuvor nie kriminell gewesen und wolle auch weiterhin nach den Gesetzen in Deutschland leben. Immer wieder entschuldigte er sich vor der Richterin und seinem Opfer für seine Tat. „Ich bin kein Mensch, der sowas tut.“

Auch das Gericht kam zu dem Schluss, dass der Mann aus seinem Fehler gelernt hatte und so eine Tat nicht wiederholen würde. Mit einem Jahr auf Bewährung erhielt der Angeklagte die Minimalstrafe. Außerdem willigte er ein, seinem Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von 3000 Euro zu zahlen. (js)

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