Strafbefehl gegen Sven Gerich

Wegen Vorteilsnahme

Strafbefehl gegen Sven Gerich

Der ehemalige Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich ist vom Amtsgericht München wegen Vorteilsnahme in zwölf Fällen zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Laut der Münchener Staatsanwaltschaft liegt die Strafe im hohen fünfstelligen Bereich.

Gerich wurde vorgeworfen, in seiner Amtszeit vom Münchener Gastronomen Roland Kuffler mehrere Begünstigungen angenommen zu haben. Kuffler hatte Gerich und seinen Ehemann mehrfach in seine Ferienvilla im südfranzösischen St. Tropez eingeladen und bewirtet. Auch hatte er Gerich mehrfach kostenlos in einem Münchener Fünf-Sterne Hotel beherbergt.

Diese Vorteile standen im Zusammenhang mit seinem Amt als Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden und hatten laut dem Amtsgericht allein im Zeitraum 2014 bis 2017 einen Gesamtwert von über 20.000 Euro. Dieser erzielte Vorteil wurde laut Staatsanwaltschaft im Rahmen der Gewinnabschöpfung eingezogen. Das Verfahren gegen den 80 Jahre alten Kuffler wurde aus Gesundheitsgründen eingestellt.

Da Gerich auf weitere Rechtsmittel verzichtete, ist das Urteil rechtskräftig. Durch den Srafbefehl gilt Gerich damit als vorbestraft.

Hintergrund

Erste Vorwürfe wegen Vorteilsnahme gegen Gerich gab es bereits 2018 — auch wegen eines gemeinsamen Urlaubs mit dem ehemaligen WVV-Vorsitzenden Ralph Schüler. Das Verfahren hatte die Wiesbadener Statsanwaltschaft im Oktober jedoch eingestellt. Die Vorwürfe führten unter anderem dazu, dass Gerich bei der Wiesbadener Oberbürgermeisterwahl im Juni 2019 nicht erneut für die SPD antrat. (ab)

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