Aus Rücksicht auf Nilgänse: Deshalb ist das Wasser in den Reisinger-Anlagen grün

Viele Wiesbadener wundern sich derzeit über das grüne Wasser in den Herbert- und Reisinger-Anlagen. Damit ist es nicht das erste Mal, dass das Wasser sich verfärbt hat.

Aus Rücksicht auf Nilgänse: Deshalb ist das Wasser in den Reisinger-Anlagen grün

Normalerweise sprudelt klares Wasser aus den Brunnen in den Herbert- und Reisinger-Anlagen am Wiesbadener Hauptbahnhof. Seit einiger Zeit sieht das allerdings etwas anders aus. Aus dem Springbrunnen schießt eine grüne Fontäne, im Wasser bilden sich grünliche Luftblasen. Merkurist-Leser Michael wundert sich darüber, vor allem wegen des unschönen Anblicks:

Das Wasser ist in diesem Jahr nicht zum ersten Mal verfärbt. Tatsächlich kommt das häufiger vor. Eine Sprecherin des Dezernats für Umwelt und Verkehr erklärte das Phänomen vor zwei Jahren gegenüber Merkurist so: „Bei der Grünfärbung handelt es sich nicht um Vandalismus“, sagte sie damals. Stattdessen entstehe die Grünfärbung durch Algen, die sich bei „der feuchtwarmen Witterung bestens vermehren“. Da die Stadt auf den Einsatz der Chemikalie Chlor verzichte, sei das nicht zu vermeiden.

Die Becken werden einmal in der Sommersaison, zum Zeitpunkt der Sommerwiese abgelassen, gesäubert und neu mit Wasser befüllt und Anfang Herbst schließlich winterfest gemacht. Dabei verschwinde auch die Grünfärbung wieder.

Rücksicht auf Nilgänse

In diesem Jahr ist das Wasser allerdings auch Ende Oktober noch grün. Woran liegt das? „Normalerweise wird die Brunnenanlage in der ersten Oktoberwoche eingewintert, sodass die späte Grünfärbung gar nicht auftritt“, erklärt ein Sprecher des Grünflächenamts die Situation. „In diesem Jahr hat sich das Ablassen des Wassers in der Reisingeranlage verzögert, weil dort eine Nilgansfamilie ansässig war, deren Gössel noch flugunfähig waren.“ Die Stadt hat also aus Rücksicht auf die Tiere mit dem Ablassen des Wassers gewartet.

Doch bald wird das Wasser in den Brunnen der Anlagen wieder normal aussehen. Die Tiere hätten mittlerweile die zehnte Lebenswoche erreicht, besitzen damit ein voll ausgebildetes Federkleid und könnten somit die Anlage eigenständig verlassen. „Das Grünflächenamt wird deshalb am heutigen Mittwoch in Absprache mit der Vogelschutzwarte Frankfurt das Wasser ablassen können.“ (js)

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