So sah Wiesbaden früher aus

Pferdekutschen, Straßenbahnen und das Alte Kurhaus: So wie heute sah Wiesbaden nicht immer aus. Wir zeigen Euch einige Bilder vom alten Wiesbaden.

So sah Wiesbaden früher aus

Tausende Autos, die sich Tag für Tag durch die Innenstadt schlängeln oder Touristen, die auf der Suche nach Schnäppchen durch die Fußgängerzone ziehen: So kennen wir Wiesbaden heute. Aber wie sah die Stadt früher aus? Immerhin blickt Wiesbaden auf eine lange Geschichte als Kurstadt zurück und hat sich im Lauf der Zeit immer wieder verändert.

Hauptbahnhof

Bald 115 Jahre ist der Wiesbadener Hauptbahnhof alt, der zwischen 1904 und 1906 gebaut wurde. Davor gab es in Wiesbaden nicht den einen Hauptbahnhof, sondern drei Innenstadt-Bahnhöfe - alle nebeneinander und dort, wo heute unter anderem das Landesmuseum steht.

Der neue Hauptbahnhof musste Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem deshalb her, weil Wiesbaden als Weltkurstadt einen repräsentativen Hauptbahnhof brauchte — unter anderem für Kaiser Wilhelm II., der einmal im Jahr anreiste und ordentlich empfangen werden wollte. Beliebt war der Hauptbahnhof anfangs jedoch nicht: Er lag den Wiesbadenern zu weit außerhalb.

Wilhelmstraße

Wer vom Hauptbahnhof zum Stadtkern wollte, der passierte in der Regel die Wilhelmstraße. Die mehrspurige Straße, die sich heute vor allem durch exklusive Modegeschäfte auszeichnet, sah Anfang des 20. Jahrhunderts noch ganz anders aus - damals waren statt hunderten Autos Pferdekutschen und Straßenbahnen auf der Wilhelmstraße unterwegs.

Das änderte sich im Lauf der Zeit aber deutlich - in den Fünfziger- und Sechzigerjahren war die Straße dann bereits vom Autoverkehr geprägt. Und auch Modegeschäfte, Cafés und Hotels hatten sich bis dahin in der Wilhelmstraße etabliert.

Kurhaus

Zur Weltkurstadt wurde Wiesbaden bereits 1852. Gäste aus Deutschland und der Welt zog es nach Wiesbaden, vor allem bei Adligen war die Stadt mit ihren Thermalquellen und dem Alten Kurhaus beliebt, das 1810 erbaut wurde. Doch lange sollte es nicht halten.

Keine 100 Jahre später, im Jahr 1905, wurde das Alte Kurhaus abgerissen. Die Stadt wollte ein größeres, ein repräsentativeres Kurhaus. Bei der Eröffnung des neuen Kurhauses zeigte sich auch Kaiser Wilhelm II. begeistert: Er nannte es damals wohl das „schönste Kurhaus der Welt“.

Kochbrunnenplatz

Er gilt als die heißeste und bekannteste Thermalquelle der Stadt: der Kochbrunnen. Der heutige Kochbrunnenpavillon war schon im 19. Jahrhundert Teil einer edlen Trinkkuranlage, in der den Kurgästen das frische Thermalwasser in Gläsern ausgeschenkt wurde.

Von der 1887 erbauten Kochbrunnenkolonnade steht heute nur noch der Teil an der Saalgasse. Der Rest wurde in den Fünfzigerjahren abgerissen, wohl auch, weil Platz und Gebäude nicht ausreichend gepflegt wurden. Der Pavillon steht mittlerweile isoliert auf dem Kochbrunnenplatz — er wurde in den Siebzigerjahren dorthin versetzt. (ms)

Logo