Lebensretter: Wiesbadener werden für Zivilcourage geehrt

Sie haben nicht weggeschaut: Am Mittwoch sind mutige Wiesbadener für ihr couragiertes Handeln geehrt worden. Menschen, an denen sich jeder ein Beispiel nehmen sollte.

Lebensretter: Wiesbadener werden für Zivilcourage geehrt

Diese Wiesbadener sind echte Alltagshelden: Mutig, besonnen und entschlossen haben neun Wiesbadener sich entschieden, zu helfen statt wegzuschauen. Für dieses Engagement sind sie am Donnerstag von der Gesellschaft Bürger und Polizei e.V. geehrt worden.

„Helfen statt Vorbeigehen! Das ist das Motto von Menschen wie Ihnen, die nicht wegschauen, wenn etwas passiert, sondern sich für andere einsetzen. Sie sind die Alltagshelden, die unsere Gesellschaft braucht“, lobte der Präsident des Polizeipräsidiums Westhessen, Stefan Müller, die Wiesbadener.

Lebensretter

Unter ihnen ist Natascha Hof. Die junge Mutter war gerade mit ihrer vierjährigen Tochter unterwegs, als ihr eine Frau auf einer Brücke in Schierstein auffiel. Die 20-Jährige wollte sich das Leben nehmen. Weil Natascha Hof eingriff und auf sie einredete, konnte die junge Frau vor einem Sprung in die Tiefe bewahrt und ihre Leben gerettet werden.

Auch Christian Bibo ist ein echter Lebensretter: Als auf der Biebricher Straße in Mainz-Kastel ein 69-jähriger Radfahrer gestürzt war und bewusstlos am Boden liegen blieb, eilte Bibo diesem zur Hilfe. Sofort begann er mit Reanimationsmaßnahmen. Mit Erfolg: Nach einiger Zeit atmete der 69-Jährige wieder und war wieder ansprechbar. Ohne das schnelle Eingreifen hätte die Geschichte auch ganz anders ausgehen können.

Anders hätte auch die Begegnung zweier Frauen mit einem aggressiven Mann im Bismarckring ausgehen können. Er bedrohte die beiden Frauen, doch Yannick Simchen kam ihnen zur Hilfe. Er ging dazwischen, sprach den Mann an und die Frauen konnten sich in Sicherheit bringen. Simchen selbst erlitt dabei erhebliche Gesichtsverletzungen, denn der Mann verpasste ihm einen Faustschlag ins Gesicht.

Eingreifen mit Verletzungen bezahlt

Auch Frederik Müller bezahlte seine Zivilcourage mit einer Verletzung: Auf dem Luisenplatz kam er dem schwer verletzten Opfer eines gewalttätigen Angriffs einer Gruppe von Männern zu Hilfe. Durch sein Einschreiten ließ die Gruppe davon ab, ihr auf dem Boden liegendes Opfer weiter mit Schlägen und Tritten zu traktieren, wodurch sich der 20-Jährige in Sicherheit bringen konnte. Ein Täter aus der Gruppe schlug Müller ins Gesicht. Die Gruppe flüchtete daraufhin.

Ebenfalls geehrt wurde Edgar Leimann. In Schierstein kümmerte er sich gemeinsam mit einem Busfahrer um einen Autofahrer, der bewusstlos geworden war. Unmittelbar eingeleitete Erste-Hilfe-Maßnahmen und die Alarmierung der Rettungsleitstelle führten dazu, dass der Autofahrer gerettet werden konnte.

Sehr engagiert trat auch die Krankenschwester Johanna Hanson auf. Ein verletzter Straftäter, der im St. Josefs-Hospital behandelt werden sollte, zerstörte in der Klinik eine Glastür und flüchtete. Hanson verfolgte den Mann zu Fuß über mehrere Kilometer, bis die Polizei hinzu kam. Sie war bei eisigen Temperaturen in dünner Dienstkleidung unterwegs und hat dafür gesorgt, dass der unter Drogeneinfluss stehende Mann nicht noch mehr Menschen verletzt. Er hatte zuvor einen Verkehrsteilnehmer angegriffen.

Außerdem wurde Rukiye Pamuk Marangoz belobigt, die dafür sorgte, dass Diebe gestellt werden konnten. Die Männer hatten Diebesgut aus einem Transporter erbeutet und durch laute Geräusche die Wiesbadenerin auf sich aufmerksam gemacht. Dank Christian Litzius und Fernando Carvalho Soares konnte ein 23-Jähriger gestellt werden, der einen Baucontainer aufgebrochen und daraus Gegenstände gestohlen hatte. Neben der Aushändigung der Belobigungsurkunden, überreichte Polizeipräsident Stefan Müller den Geehrten als zusätzliche Anerkennung und zum Dank Geschenke. (df)

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