Woher hat die Haltestelle „Talheim“ in Sonnenberg ihren Namen?

Wer von der Innenstadt aus mit dem Bus zum Sonnenberger Hofgartenplatz oder anders herum fahren will, kommt automatisch an der Haltestelle „Talheim“ vorbei. Eine Straße mit dem Namen gibt es in der Nähe allerdings nicht. Woher kommt der Name?

Woher hat die Haltestelle „Talheim“ in Sonnenberg ihren Namen?

Ob Wilhelm-, Friedrich-, oder Schwalbacher Straße: Wer in einen Bus einsteigt, tut das meist an einer Haltestelle, die den Namen der Straße trägt, in der sie steht. Dadurch sollen sich die Fahrgäste besser orientieren können. Wer von der Innenstadt aus mit dem Bus zum Sonnenberger Hofgartenplatz oder zurück fahren will, kommt allerdings an einer Haltestelle vorbei, zu der es gar keine passende Straße gibt.

Die Haltestelle „Talheim“ liegt auf Höhe der Danziger Straße 39. Weder eine Seiten- noch eine Querstraße in der Nähe trägt denselben Namen. Merkurist-Leser Rufus wundert das. Mit seiner Frage danach, woher die Haltestelle ihren Namen hat, hat er einige Wiesbadener vor ein Rätsel gestellt.

ESWE Verkehr und Ortsvorsteher haben keine Informationen dazu

Denn ganz genau beantworten kann das scheinbar niemand. ESWE Verkehr liegen dazu keine genauen Daten vor. Einige Haltestellen haben ihren Namen schon sehr lange, wenn sie umbenannt werden sollen, dann entscheidet der Ortsbeirat darüber. Wie zuletzt nach dem Fahrplanwechsel im Dezember. Ob die Haltestelle „Talheim“ je umbenannt wurde, kann weder ESWE Verkehr sagen, noch der Sonnenberger Ortsvorsteher Stefan Bauer (CDU).

Villa Talheim könnte Namensgeber sein

Er hat aber eine andere Idee. „Ich gehe stark davon aus, dass die Bushaltestelle nach der dahinter liegenden Villa benannt ist“, so der Sonnenberger. Denn direkt hinter der Haltestelle in Fahrtrichtung Innenstadt steht ein Haus, auf dem in großen Buchstaben „Talheim“ steht. Wie ESWE Verkehr-Sprecher Christian Giesen erklärt, ist die Haltestellen-Benennung nach einem Gebäude, anstatt einer Straße, nicht unüblich. So wie beispielsweise am Hauptbahnhof.

Woher die Villa Talheim wiederum ihren Namen hat, weiß auch der Sonnenberger Ortsvorsteher nicht. Dem Wiesbadener Stadtarchiv liegen dazu ebenfalls keine Informationen vor; auch eine Familie Talheim, nach der das Haus benannt worden sein könnte, ist in alten Adressbüchern nicht zu finden. Lediglich Gabriele Glessmann, die sich schon seit Jahren mit der Geschichte ihres Heimatorts Rambach und Sonnenberg nebenan beschäftigt, kann etwas Licht ins Dunkel bringen.

„Es wird allgemein angenommen, das es sich um eine Fantasie des Erbauers handelt.“ - Gabriele Glessmann, Rambach-Archiv

„Es wird allgemein angenommen, dass es sich um eine Fantasie des Erbauers handelt“, erzählt die Heimatforscherin. „Im Sinne von ‘mein Heim im Tal’ des Rambachs.“ Denn der Rambach schlängelt sich durch das Sonnenberger Tal, entlang der Danziger Straße und somit an der Villa vorbei. Glessmann kennt auch die heutigen Besitzer der Villa gut — auch ihnen sei nichts anderes über den Namen des Hauses und der Haltestelle bekannt. (nl)

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