Welche Aufgaben die Verkehrspolizei in Wiesbaden übernimmt

Die Verkehrspolizei ist nicht nur dafür da, Verkehrssündern Knöllchen an die Windschutzscheibe zu hängen. Weil sie so viele Aufgaben in der Stadt hat, muss das Verkehrsdezernat jetzt sogar neue Außenreviere für die Behörde schaffen.

Welche Aufgaben die Verkehrspolizei in Wiesbaden übernimmt

Wer es mit der kommunalen Verkehrspolizei zu tun bekommt, geht meistens mit einem Knöllchen nach Hause. Jemand steht im Parkverbot, fährt zu schnell, oder über eine rote Ampel? Dann ist die Verkehrspolizei zur Stelle. Doch Verkehrssünder mit Bußgeldern zu bestrafen, ist nicht die einzige Aufgabe der Verkehrspolizisten.

Verkehrsüberwachung und Kontrollen

Die Hauptaufgabe der Verkehrspolizei ist es, den Verkehr in der Stadt zu überwachen. Gemeinsam mit der Landespolizei übernimmt die Behörde Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen. Sie ist aber nicht nur dafür da, Knöllchen zu verteilen, sondern ist auch Ansprechpartner, wenn Parkscheinautomaten nicht funktionieren. Auch wenn der Verkehr nicht läuft, steht die Verkehrspolizei in der Verantwortung. Nach größeren Unfällen, oder wenn Ampeln ausfallen, regelt sie den Verkehr.

Kontrollfahrten mit der Feuerwehr

Außerdem macht die Verkehrspolizei auch regelmäßig Kontrollfahrten mit der Feuerwehr. Dabei erwischt sie immer wieder Falschparker, die die Feuerwehr im Ernstfall bei ihrer Arbeit behindern würden. Und das kann im schlimmsten Fall Leben kosten. Durch die Kontrollfahrten will die Verkehrspolizei herausfinden, wo es besondere Engstellen für die Feuerwehr gibt, um dort dann häufiger zu kontrollieren. Unter anderem im Westend gibt es viele solcher Stellen, wie eine Kontrollfahrt im Sommer gezeigt hat.

Auch zuständig für Autoposer

Ebenfalls Aufgabe der Verkehrspolizei ist es, sich gemeinsam mit der Polizei um Autoposer zu kümmern. Weil das Autoposer- und Raserproblem in den vergangenen Jahren gewachsen ist, gibt es dafür seit Anfang des Jahres eine eigene Koordinierungsstelle der Landes- und Verkehrspolizei. „An dieser Stelle laufen die Beschwerden und Hinweise aus der Bevölkerung zusammen, werden von dort aus bearbeitet und zielgerichtete Kontrollen geplant“, erklärt die Polizei. Bei den Kontrollen kann die Verkehrspolizei Fahrzeuge auch aus dem Verkehr ziehen, wenn sie gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen.

Viel zu tun, zu wenig Personal?

Die vielen Aufgaben der kommunalen Verkehrspolizei führen dazu, dass sie oftmals nicht da sein kann, wo sie es sollte. Immer wieder beschweren sich Ortsbeiräte und Bürger der Stadt darüber, dass die Verkehrspolizei an einigen Stellen Verkehrssünder zu wenig kontrolliere. Seit Mai 2017 wurden zwar 35 neue Ordnungspolizeibeamte eingestellt, noch immer fehlt es aber in einigen Gebieten an ausreichenden Kontrollen. Anfang November wurde dieses Problem wieder Thema im städtischen Haupt- und Finanzausschuss.

Die Verkehrspolizei legte vor, dass sie mit dem aktuellen Personalbestand ihren vielen Aufgaben nicht gerecht werden könne. Insbesondere, weil sie gleichzeitig Einsätze vorbereiten, Bürgeranfragen nachgehen und mit den Ortsbeiraten sprechen müsste. In Zukunft wäre es vor allem schwierig, die östlichen Vororte, sowie Biebrich, Amöneburg, Kastel und Kostheim ausreichend zu kontrollieren. Um diese Probleme aus der Welt zu schaffen, muss das Verkehrsdezernat jetzt — bis zur Debatte um den Doppelhaushalt 2022/23 — ein personelles, organisatorisches und räumliches Konzept für neue Außenreviere der Stadtpolizei in den Vororten entwerfen. (nl)

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