Was es mit den goldenen Steinen in der Fußgängerzone auf sich hat

Schon lange zieren längliche, nach Gold aussehende Steine die Kirch- und Langgasse. Eine Funktion haben sie augenscheinlich nicht. Was steckt dahinter?

Was es mit den goldenen Steinen in der Fußgängerzone auf sich hat

„Die Steine fallen mir immer wieder auf wenn ich durch die Langgasse laufe“, schreibt Merkurist-Leserin Silvia in einem Snip. Gemeint sind die länglichen Platten auf dem Boden der Lang- und Kirchgasse, die fast wie Goldbarren aussehen:

„Stolpersteine sind es scheinbar nicht“, grübelt Silvia über die Steine. Anders als die Stolpersteine, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern sollen, stehen auf der länglichen Variante keine Namen. Auch sonst verrät nichts an ihnen, ob sie eine Funktion haben, oder lediglich zur Dekoration dienen. Silvia fragt sich deshalb, was es denn nun mit den Steinen auf sich hat.

Im Zuge einer Sanierung entstanden

„Vor der Sanierung der Fußgängerzone ab 2004 waren Gestaltungsvorschläge von Landschaftsplanern in einem Wettbewerb ausgelotet worden und das beste Konzept durch die Stadtverordnetenversammlung in 2003 beschlossen worden“, erklärt Gisbert Klose vom Wiesbadener Tiefbauamt. Damals sah die Fußgängerzone noch anders aus, als heute:

In dem Wettbewerb gewonnen hat ein Landschaftsarchitektenbüro aus Berlin. Ihre Vision der neuen Wiesbadener Fußgängerzone sah damals so aus: „Ein Tuch, gewirkt aus hell leuchtenden Granitsteinplatten und schimmernden Bronzebändern, durchfließt die innerstädtischen Gassen von Wiesbaden“. 2004 wurde dann mit den Bauarbeiten begonnen und die Fußgängerzone, wie die Wiesbadener sie heute kennen, nahm Form an.

Die länglichen Steine, die für Leserin Silvia goldfarben aussehen, sind eigentlich 1,2 Zentimeter dicke Bronzeplatten, die auf die Betonsteine geklebt wurden. Sie sind lediglich Teil des neuen Stadtbilds, eine besondere Funktion haben sie nicht. Im Laufe der Jahre brachten sie aber einige Probleme mit sich.

Platten sorgten für Probleme

Ihre anfangs noch glatte Oberfläche war bei Nässe und im Winter glatt. Weil sich Fußgänger so einer Rutschgefahr aussetzen mussten, raute die Stadt die Oberfläche auf und bestrich sie später mit Harz. Dadurch waren die Platten zwar nicht mehr rutschig, es blieb aber auch mehr Schmutz an ihnen hängen. Von der einst schimmernden Oberfläche vieler Platten ist deshalb heute nichts mehr übrig.

An einigen Stellen in der Stadt fehlen die Bronzeplatten sogar. Unter anderem in der Langgasse und vor dem Luisenforum sieht man zwar noch die längliche Form, von den Bronzeplatten ist dort aber nichts mehr zu sehen:

„Bedingt durch Salzeintrag, häufige Frost-Tauwechsel und hoher Belastung haben sich die Metallplatten vom Unterbeton gelöst“, erklärt Gisbert Klose die fehlenden Platten. Deshalb habe man die Löcher provisorisch mit Asphalt gefüllt. Die Stadt plante damals, die Steine durch neue zu ersetzen. Das ist allerdings noch nicht geschehen, wie Klose bestätigt. „Derzeit läuft eine Zustandserfassung mit Renovierungsvorschläge für die Fußgängerzone. Die Auswertung wird im nächsten Quartal vorliegen.“ (js)

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