Kann man ein Knöllchen kriegen, wenn die Scheibe vereist oder zugeschneit ist?

Derzeit muss zwar niemand kratzen, wenn er mit dem Auto fahren will. Doch der Winter ist noch nicht vorbei - Schnee und Eis können den Autofahrern schon bald das Leben wieder schwer machen. Und den ein oder anderen vor einem Knöllchen bewahren?

Kann man ein Knöllchen kriegen, wenn die Scheibe vereist oder zugeschneit ist?

Wer morgens mit dem Auto zur Arbeit fährt, hat in diesen Tagen Glück — zumindest, was das Kratzen angeht. Denn derzeit friert die Windschutzscheibe nachts an den meisten Orten rund um Wiesbaden nicht zu. In der vergangenen Woche sah das jedoch noch ganz anders aus. Auf den Scheiben der Autos, die im Freien standen, bildete sich eine dicke Eisschicht. Und wer weiß, ob es nicht auch in den kommenden Wochen noch mal schneit — möglich ist es. Aber ist es auch möglich, ein Knöllchen zu kriegen, wenn das Auto mit Schnee und Eis bedeckt ist?

Nicht eindeutig erkennbar

Diese Frage hat sich ein Merkurist-Leser gestellt. Denn wenn das der Fall ist, können Politessen ja gar nicht nachvollziehen, ob Park- oder Anwohnerparkschein ordnungsgemäß hinter der Windschutzscheibe liegen. „Wenn jemand falsch parkt, ist doch ein Knöllchen gerechtfertigt. Egal ob mit oder ohne Schnee auf der Windschutzscheibe“, meint Leser Robert.

Und damit hat er eigentlich auch Recht: „Grundsätzlich ist der Fahrzeugführer oder Halter nicht von der Parkschein- oder Parkscheibenpflicht befreit, wenn das Fahrzeug zugeschneit oder vereist ist“, betont Thomas Blümel, Dienstgruppenleiter der Kommunalen Verkehrspolizei Wiesbaden. Die Überwachungskräfte im Außendienst versuchen so gut in das Innere des Fahrzeugs zu sehen, wie sie können — zum Beispiel durch die Seitenscheiben, erklärt Blümel.

Was, wenn gar nichts zu sehen ist?

„Stellen Sie sich vor, wir würden die Scheibe oder den Scheibenwischer beschädigen!“ - Thomas Blümel, Kommunale Verkehrspolizei Wiesbaden

Was aber, wenn das Auto vollständig zugeschneit ist und das an keiner Stelle möglich ist? „Dann können wir nichts machen“, sagt Blümel. Die Überwachungskräfte dürfen nämlich auch auf keinen Fall den Schnee oder das Eis von der Scheibe kratzen, wie der Dienstgruppenleiter betont. „Stellen Sie sich vor, wir würden die Scheibe oder den Scheibenwischer beschädigen!“

Gilt auch für Bodemarkierungen

Das gilt übrigens auch für zugeschneite Bodenmarkierungen. Wer also auf einem Parkplatz parkt, der eigentlich keiner ist, was aber durch die Schneeschicht nicht erkennbar ist, hat nichts zu befürchten. „Im Zweifelsfall bekommt der Falschparker kein Knöllchen“, sagt Blümel. Der Kommunalen Verkehrspolizei ist klar, dass sie an solchen Tagen in diesen Verkehrsbereichen wenig erreichen kann. Deshalb überwacht das Team dann hauptsächlich den ruhenden Verkehr in Halteverboten und Ladezonen. (js)

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