Landesregierung: „Salzbachtalbrücke muss so zügig wie möglich gesprengt werden“

Der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) äußerte sich am Donnerstag zum aktuellen Stand.

Landesregierung: „Salzbachtalbrücke muss so zügig wie möglich gesprengt werden“

Die Salzbachtalbrücke muss so zügig wie möglich gesprengt werden, findet die hessische Landesregierung. Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) äußerte sich am Donnerstag im hessischen Landtag zum aktuellen Stand und zur weiteren Planung.

„Bisher haben alle Beteiligten unter der Federführung der Autobahn GmbH sehr gut zusammengearbeitet. Daher bin ich zuversichtlich, dass der Sommer genutzt wird, um die Sprengung vorzubereiten und durchzuführen“, so Al-Wazir. Das oberste Ziel sei neben der Frage der Sicherheit, dass die Bundesstraße und die Bahnstrecke unterhalb der maroden Brücke wieder ohne Einschränkungen genutzt werden können. „Wiesbaden muss verkehrlich wieder angeschlossen werden – auch wenn Umleitungen oder die provisorische Auffahrtsrampe auf die Bundestraße 455 die Situation punktuell verbessern“, sagte der Verkehrsminister.

Autobahn GmbH bereitet Sprengung vor

Die Autobahn GmbH bereite momentan nicht nur die Sprengung vor, sondern sichere weiterhin Beweise, um herauszufinden, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. „Für mich steht im Vordergrund, dass der Verkehr im Salzbachtal selbst bald wieder fließen kann. Wir sind im Gespräch mit der Autobahn GmbH und haben auch noch einmal gegenüber dem Bundesverkehrsministerium die jetzige katastrophale Situation für viele Pendlerinnen und Pendler und die Bedeutung Wiesbadens für den Ballungsraum Rhein-Main deutlich gemacht“, sagte der Verkehrsminister.

„Eine Vollsperrung ist genau das, was nicht passieren sollte.“ - Tarek Al-Wazir, Verkehrsminister

Al-Wazir äußerte auch noch einem seinen Ärger über den Vorfall. Das Land habe im Vorfeld viel Geld und Personal in die Brücke gesteckt. „Eine Vollsperrung ist genau das, was nicht passieren sollte und was wir in den vergangenen Jahren verhindern wollten. Es ist bitter, dass nur wenige Monate vor dem Abbruch des südlichen Teils der Salzbachtalbrücke, über den seit November 2019 ohnehin keine Autos oder LKWs mehr fuhren, nun ein solcher Unfall passiert ist“, so Al-Wazir. Der Nordteil der Brücke, über den noch der Verkehr lief und der daher engmaschig untersucht wurde, ist nicht beschädigt, musste aber nach dem Unfall an der Südbrücke aus Sicherheitsgründen ebenfalls gesperrt werden.

„Sanierungsstau ist größtes Infrastrukturproblem“

In diesem Zusammenhang machte Al-Wazir auch auf den grundlegenden Sanierungsstau im Land aufmerksam. „Der Sanierungsstau an Straßen und Brücke ist deutschlandweit das größte Infrastrukturproblem. Es wurde ewig vor sich hergeschoben, denn über Jahrzehnte wurde vor allem in den Neubau von Straßen und nicht genug in Sanierung und Ersatzbauten der bestehenden Infrastruktur investiert.“ Viele Brücken kämen an das Ende ihrer Lebensdauer, sodass der Verkehr eingeschränkt und sie instandgesetzt werden müssen. Parallel werde dann mit Hochdruck daran gearbeitet, dass der Ersatzbau möglichst bald kommt.

Genau daran habe Hessen Mobil bis Ende 2020 auch an der Salzbachtalbrücke gearbeitet. Fehler bei Bohrungen der Verstärkungsmaßnahmen der alten Nordbrücke im Jahr 2019 hatten das Projekt allerdings verzögert. „Ein solch plötzliches Ereignis wie am Südteil der Brücke, der schon keine Asphaltdecke mehr trägt, war nicht vorherzusehen“, so der Minister im Landtag. Durch die massive Entlastung aufgrund des wegfallenden Verkehrs waren sich alle Fachleute einig, dass es am Südteil keine Probleme mehr geben würde. Auch während der Sonderprüfungen seien keine Veränderungen am Bauwerk, die auf einen Schaden oder kommenden Schaden hätten hinweisen können, festgestellt worden.

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