So will die Polizei Wiesbaden sicherer für Radfahrer machen

Um mehr Rücksicht für schwächere Verkehrsteilnehmer zu wecken, hat die Wiesbadener Polizei am Mittwoch Radfahrer am Wochenmarkt kontrolliert. Neben Verkehrssicherheit ging es auch um Diebstahlprävention.

So will die Polizei Wiesbaden sicherer für Radfahrer machen

„Ja ich weiß, aber ich hatte es eilig“, so lautet die Ausrede einer 65-jährigen Radfahrerin, die gerade am Dern’schen Gelände unerlaubt über den Fußgängerüberweg geradelt ist. Solche Sätze hört Thilo Knop, Schutzmann vor Ort des 4. Polizeireviers in Wiesbaden, nicht gerne. Gemeinsam mit seinen Kollegen führte er am Mittwochmorgen in der ganzen Stadt einen Aktionstag für schwächere Verkehrsteilnehmer durch, also insbesondere Fußgänger und Radfahrer. Dazu wurden am Markt Fußgänger und Radfahrer kontrolliert.

Mehr Rücksicht

„Wir wollen dafür sorgen, dass die Menschen mehr Rücksicht aufeinander im Straßenverkehr nehmen,“ erklärt Knop. Das sei auch nötig, denn die Verkehrssituation in der Landeshauptstadt hat sich in den letzten Jahren stark geändert. Auch bedingt durch die aus der Politik initiierten Verkehrswende seien immer mehr Radfahrer in der Stadt unterwegs. „Die Autostadt, die Wiesbaden noch heute ist, wird in zehn Jahren ganz anders aussehen“, meint Knop.

Bis dahin muss aber noch viel getan werden, auch was das Miteinander der Verkehrsteilnehmer angeht. Zwar merkt man, etwa an der Ecke Bahnhofsstraße/Dern’sches Gelände, dass sich viele Autofahrer schon an die Radfahrer gewöhnt haben, bei den Fußgängern sei es noch etwas schwieriger, wie Knop erklärt: „Viele Passanten haben Kopfhörer im Ohr oder schauen auf ihr Handy. Wenn dann ein fast geräuschloses E-Bike heran rauscht kann es knapp werden.“

Besonders das Thema Helm liegt Knop, der selbst jeden Tag 17 Kilometer zur Arbeit radelt, am Herzen: „Ich hatte schon zwei schwere Unfälle, bei denen mir der Schutzhelm sehr geholfen hat.“ Daher ist er froh, dass trotz fehlender Helmpflicht immer mehr Radler an ihre Sicherheit denken.

Mehr Diebstahlschutz

Die meisten Radfahrer, die Knop am Mittwochmorgen vor dem Markt anhält, verhalten sich vorbildlich. Viele Tragen Helm, haben ausreichend Reflektoren am Rad und tragen helle Kleidung. Häufig sind es nur Kleinigkeiten die der Beamte freundlich anmerkt — etwa bei einem 81-jährigen E-Bike-Fahrer. Das dünne Fahrradschloss sei für das 2000 Euro-Rad nicht sicher genug, meint er: „Ein Schloss sollte ungefähr zehn Prozent des Einkaufspreises des Rads wert sein.“

Knop gibt noch weitere Tipps, wie man das eigene Rad besser vor Diebstahl schützen kann: „Die Polizei stellt kostenlos Fahrradpässe zur Verfügung, wo alle Daten des Rads eingetragen werden können.“ Dort werden dann etwa das Modell, die Farbe und die Zahl der Gänge notiert. Zudem empfiehlt die Polizei, das eigene Rad mit einem Foto zu dokumentieren. „Je mehr Informationen die Polizei zur Verfügung hat, umso leichter ist es im Falle eines Diebstahls den Fall aufzuklären.“ (ms)

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