Tod nach Schwimmbadbesuch: Serienmörder tötet 13-jährigen Jungen aus Wiesbaden

Der Mord an dem 13-jährigen Schüler Marco W. im Jahr 1989 erschütterte viele Menschen. Der Junge, den Zeugen das letzte Mal lebend in Mainz sahen, wurde von einem Lkw-Fahrer ermordet. Dieser starb selbst unter mysteriösen Umständen im Gefängnis.

Tod nach Schwimmbadbesuch: Serienmörder tötet 13-jährigen Jungen aus Wiesbaden

Seit 1967 unterstützt das ZDF mit der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ Ermittler dabei, Verbrechen aufzuklären. Seitdem wurden mehr als 4600 Fälle gezeigt, in denen auch besonders tragische Verbrechen im Fokus standen. In unserer Serie stellen wir Euch die bewegendsten Fälle vor. Der Mord an dem 13-jährigen Marco W. aus Wiesbaden im Sommer 1989 gab der Polizei lange Zeit Rätsel auf - letztlich stellte sich heraus, dass der Täter ein Serienmörder war.

Letztes Lebenszeichen Schwimmbad

Am Samstag, den 22. Juli 1989, besuchte Marco W. das Schwimmbad „Großer Sand“ in Mainz. Dort wurde er das letzte Mal lebend gesehen, als er gegen 15:30 Uhr das Freibad verließ. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde dann die Leiche des Jungen in der Nähe von Paderborn auf einem Autobahnrastplatz entdeckt, 300 Kilometer entfernt von Mainz. Wie sich herausstellte, war der Schüler zu diesem Zeitpunkt bereits 24 Stunden tot. Wie die Leiche von Marco W. auf den Rastplatz gelangte und wer den 13-Jährigen getötet hatte, war zunächst aber völlig unklar.

Um an Hinweise aus der Bevölkerung zu gelangen, wurde bereits sechs Wochen nach der Tat in der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ über den Fall berichtet. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, wurde damals eine Belohnung in Höhe von 8000 D-Mark ausgesetzt. Doch entscheidende Hinweise gingen bei der Kriminalpolizei nicht ein.

Marco von Serienmörder getötet

Marcos Mörder konnte schließlich erst in Zusammenhang mit einem ähnlichen Fall in den Niederlanden überführt werden. Im Zuge dieser Ermittlungen gestand der belgische Lkw-Fahrer Michel S. (47), der schon einmal wegen „Unzucht mit Kindern“ behandelt wurde, wie die Zeitung „De Telegraaf“ schreibt, auch Marco W. getötet zu haben. Im November 1992 wurde Michel S. schließlich wegen dreifachen Kindermordes zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Später konnte rekonstruiert werden, was im Fall Marco W. genau passierte. So war Michel S. mit seinem Lkw auf dem Rückweg von einer Fahrt nach Italien. In Mainz lud er auf einem Obsthof Früchte auf seinen Lkw. Später war er noch in Mainz unterwegs. Am Schwimmbad in Mombach sprach er dann Marco W. an und überredete den Jungen zu einer Fahrt mit seinem Lkw. Die Fahrt endete schließlich in einer Marmeladenfabrik in Paderborn, wo der Belgier die Früchte aus Mainz ablud. Danach missbrauchte er Marco im Lkw. Aus Angst, der 13-Jährige könnte ihn verraten, tötete S. den Schüler und legte ihn letztlich auf dem Autobahnparkplatz ab.

Mörder stirbt unter mysteriösen Umständen

Möglicherweise hat der Lkw-Fahrer noch weitere Kinder ermordet. So wurden viele ähnlich gelagerte, ungelöste Fälle mit ihm in Verbindung gebracht. Nachweisen konnte man ihm aber nichts mehr. Michel S. starb schließlich am 25. September 2001 in Haft unter mysteriösen Umständen. Im Gefängnis Scheveningen hatte er sich schwere Verbrennungen zugezogen, wie die Seite „misdaadjournalist.nl“ berichtet.

So soll er in der Gefängnis-Werkstatt angeblich eine Flasche Terpentin umgeworfen haben, daraufhin in Panik geraten sein und eine Leuchtstoffröhre zerschmettert haben. Dies soll dann einen Kurzschluss verursacht haben, was zu Feuer und dann zu den Verbrennungen führte, an denen der verurteilte Mörder schließlich starb. Letztlich wurde der Tod von Michel S. als tragischer Unfall eingestuft. Es gab aber auch Gerüchte, wonach es sich um einen geplanten Anschlag gehandelt haben soll, andere sprachen von Selbstmord. Die Behörden dementierten jedoch die Gerüchte. (df)

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