Raubmord im Nerotal: 67-jährige Wiesbadenerin stirbt qualvoll

Das Schicksal der pensionierten Lehrerin Traude P. erschütterte 1986 ganz Wiesbaden. Die 67-Jährige wurde Opfer eines brutalen Raubmords. Nach mehr als 20 Jahren konnte der Täter durch einen Zufall doch noch überführt werden.

Raubmord im Nerotal: 67-jährige Wiesbadenerin stirbt qualvoll

In über 50 Jahren „Aktenzeichen XY…ungelöst“ wurden in der ZDF-Show rund 4800 Verbrechen präsentiert. Dabei standen auch besonders tragische Fälle aus Wiesbaden im Fokus. In unserer Serie stellen wir euch die bewegendsten Kriminalfälle vor.

Täter späht Opfer aus

Die pensionierte und verwitwete Lehrerin Traude P. wohnte mit ihrem Hund in einem Bungalow im Wiesbadener Nerotal. Aufgrund der vielen Spaziergänge, die sie mit ihrem Hund unternahm, war Traude P. in der Gegend sehr bekannt. Auch am 27. November 1986, einem Donnerstag, war die 67-Jährige wieder unterwegs und wurde dabei von mehreren Anwohnern gesehen.

An diesem Tag bemerkten Zeugen, wie ein Unbekannter in den Abendstunden verschiedene Hauseingänge beobachtete. Beide sahen auch, dass Traude P. abends alleine in ihrem Wohnzimmer saß. Gegen 22 Uhr beobachtete dann eine weitere Zeugin einen Mann in der Nähe von Traude P.s Bungalow.

Mordkommission steht vor Rätsel

Was danach passierte, konnte die Wiesbadener Mordkommission lange Zeit nicht vollständig rekonstruieren. Sicher war nur, dass Traude P. später in der Nacht noch einmal für ihren Hund die Terrassentür öffnete. Als eine Nachbarin am nächsten Tag bemerkte, dass bei Traude P. gegen Mittag immer noch die Vorhänge zugezogen waren, öffnete diese mit einem Schlüssel die Tür zu P.s Haus. Dort fand sie schließlich die tote Traude P. Der Täter hatte sie augenscheinlich brutal niedergeschlagen, gefesselt und geknebelt. Zudem fehlten mehrere Schmuckstücke und Wertgegenstände, darunter Ringe, Ketten und Uhren.

Mehr als 20 Jahre tappten die Ermittler im Dunkeln. Auch die Präsentation des Falls in der Sendung „Aktenzeichen XY“ brachte keinen Durchbruch. Aufmerksam wurde man auf den Täter Jörg W. erst wegen eines Handabrucks an Traude P.s Bett. Dieser war mit einem Handabdruck identisch, der bei einem Betrugsdelikts gemacht wurde – der von Jörg W. So gelang es den Ermittlern 22 Jahre nach der Tat im Jahr 2005 doch noch, den Mörder von Traude P. zu überführen.

Wie die Ermittler später klären konnten, klingelte der Mörder bei der alleinstehenden Frau und begann, als diese die Tür öffnete, sofort damit, sie zu schlagen und zu treten. Doch Traude P. starb nicht aufgrund dieser stumpfen Gewalteinwirkung. Letztlich erstickte die 67-Jährige, weil sie mit einer Strumpfhose stark geknebelt wurde und keine Luft mehr bekam. Traude P.s Mörder wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

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