Bei Einbruch Mord: „Fensterbohrer“ sorgt in Wiesbaden für Angst und Schrecken

In 55 Jahren „Aktenzeichen XY... ungelöst“ standen auch etliche Wiesbadener Fälle im Fokus. Ein als „Fensterbohrer“ bekannt gewordener Mörder machte auch in Wiesbaden von seiner Schusswaffe Gebrauch.

Bei Einbruch Mord: „Fensterbohrer“ sorgt in Wiesbaden für Angst und Schrecken

In der ZDF-Show „Aktenzeichen XY… ungelöst“ wurden in über 50 Jahren mehr als 4800 Verbrechen präsentiert. Dabei standen auch besonders tragische Fälle, die Mainz betrafen, im Mittelpunkt. In unserer Serie stellen wir euch die bewegendsten Kriminalfälle vor.

Verbrecher schießt auf Wiesbadener

Mindestens 500 Einbrüche soll der als „Fensterbohrer“ bekannt gewordene Verbrecher Americo S. zwischen 1999 und 2007 in Deutschland und Österreich begangen haben. Dabei bohrte er Löcher in die Rahmen von Fenstern oder Türen und entriegelte diese dann mit einem Spezialwerkzeug. 2004 erschoss er kaltblütig einen Immobilienmakler, der ihn beim Versuch einzubrechen entdeckt und dann verfolgt hatte.

Bei drei weiteren Einbrüchen in Wiesbaden und Mainz feuerte der Verbrecher dann ebenfalls skrupellos auf Hausbewohner. Dabei verfehlte der zu diesem Zeitpunkt etwa 60 Jahre alte Täter die Bewohner um Zentimeter. Schließlich konnte S. 2007 festgenommen werden. Wie das „Hamburger Abendblatt“ (HA) berichtete, wertete das Landgericht Wiesbaden die Schüsse in zwei Fällen als Mordversuch.

Auch wenn S. vorgab, „den Benachteiligten der Welt helfen zu wollen“ (HA), sah es das Gericht als erwiesen an, dass der gebürtige Uruguayer mit seinen Einbrüchen lediglich seinen exklusiven Lebensstil finanzieren wollte. Geld und Gegenstände im Wert von über 400.000 Euro hatte S. mit seinen Einbrüchen erbeutet. Außer in Deutschland und Österreich soll S. noch Diebstähle in Italien, Holland und anderen europäischen Staaten begangen haben.

Die Ermittler konnte S. letztlich all diese Einbrüche nachweisen, da er an vielen Tatorten Getränkeflaschen oder Zigarettenstummel zurückließ. Somit konnte man die DNA des Einbrechers sicherstellen. Schließlich wurde S. unter anderem wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Wie das HA berichtet, hielt S. vor der Urteilsverkündung demonstrativ eine Bibel hoch. Das Urteil selbst nahm er schließlich regungslos zur Kenntnis.

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