Vogelkot-Massen sorgen für Ärger bei Wiesbadener Autobesitzern

Alle Jahre wieder haben Autobesitzer, die ihren Wagen in der Adolfsallee parken, ein Problem: Hunderte Vögel, die sich bald auf den Weg gen Süden machen, lassen sich in den Baumkronen über den Parkplätzen nieder - und ihren Bedürfnissen freien Lauf.

Vogelkot-Massen sorgen für Ärger bei Wiesbadener Autobesitzern

Für Autobesitzer gleicht das Parken in der Wiesbadener Adolfsallee momentan wieder einem reinen Glücksspiel. Wer Pech hat, stellt seinen Wagen genau unter einen der Bäume, auf dem die Vögel auf der Durchreise nachts ihr Lager aufschlagen — und darf am darauffolgenden Morgen erstmal den Putzlappen in die Hand nehmen.

Denn da, wo sich die Vögel niederlassen, verrichten sie auch ihr Geschäft. Die Massen an Vogelkot, die dabei jährlich vor allem im Spätsommer und Herbst anfallen, machen vor allem den Anwohnern mit Auto massiv zu schaffen. Und auch der anliegende Spielplatz wird in dieser Zeit immer wieder Opfer der Vögel, die teilweise von Passanten vor Ort gefüttert werden (wir berichteten). „Es ist ein echtes Ärgernis“, sagte ein Anwohner bereits im vergangenen Jahr gegenüber Merkurist. „Was soll man machen? Ich habe keine Alternative.“

Bei den Vögeln, die auch aktuell wieder unterwegs sind, handelt es sich vermutlich wie in den vergangenen Jahren um Stare. Deren Kolonien bestehen in der Regel aus hunderten oder gar tausenden Vögeln. „Ihre Maximalzahlen erreichen mitteleuropäische Starenschwärme im September und Oktober – kurz vor dem Abflug nach Süd- und Westeuropa“, schreibt auch der Naturschutzbund NABU auf seiner Website.

Vögel sind auf dem Weg Richtung Süden

Die Vögel sammeln sich, bevor sie in den Süden ziehen, in Baumkronen, bilden dort Schlafgemeinschaften. Dass ihre Wahl dabei auch auf Innenstädte wie in Wiesbaden fällt, ist nicht ungewöhnlich, denn in Städten kommen die Vögel leicht an Nahrung. Eine Möglichkeit, die Tiere aus der Stadt zu verdrängen, gibt es nicht, wie ein Mitarbeiter des Umweltamtes bereits im vergangenen Jahr gegenüber der Hessenschau sagte. Die Wiesbadener müssten die Vögel, während sie da sind, ertragen.

Für die Besitzer der Autos in der Adolfsallee bleibt die Situation — auch wenn sie zeitlich absehbar ist — trotzdem unangenehm. Denn je länger der Vogeldreck auf dem Wagen eintrocknet, desto wahrscheinlicher sind bleibende Schäden und Flecken im Lack. Kein Wunder also, dass manche Autofahrer vorsorgen und ihre abgestellten Autos lieber mit Planen abdecken. (ms)

Logo