Was Ihr beim Pilzesammeln in Wiesbaden beachten solltet

Steinpilze, rehbraune Dachpilze und flockenstielige Hexenröhrlinge - in den Wiesbadener Wäldern kommen Pilzsammler auf ihre Kosten. Doch bei der Jagd nach den leckersten Pilzen gibt es einiges zu beachten.

Was Ihr beim Pilzesammeln in Wiesbaden beachten solltet

Der Herbst naht und damit startet auch die Pilzsaison. Wer nach ein paar Regentagen zum Pilzesammeln in den Wald aufbricht, hat gute Chancen, mit einem vollen Korb nachhause zu kommen. Denn Pilze lieben feuchte Böden und milde Temperaturen. Im Wiesbadener Stadtwald werden Sammler dann vor allem in feuchten, bemoosten Mulden, an Hängen oder an Baumstümpfen fündig. Dass bei guten Voraussetzungen aber auch nicht-essbare Pilze sprießen, ist klar. Deshalb sollten Hobbysammler nie ohne Vorwissen und einer guten Strategie auf die Pilzjagd gehen.

Mit Fachleuten suchen und sprechen

Hobbysammler können sich ihr Wissen natürlich über verschiedene Fachbücher aneignen. Die Stadt Wiesbaden bietet dazu auch eine Online-Pilzdatenbank mit Beschreibungen und Fotos an. Welche Pilze wann wachsen, erfahren Interessierte mithilfe eines Pilzkalenders. Anfänger sollten aber im besten Fall mit Fachleuten auf Suche gehen, oder sich ihre Pilzbestimmung von ihnen absegnen lassen. Der Umweltladen bietet dafür von Ende August bis Anfang November begleitete Spaziergänge an. Pilzexperte Franz Heller stellt dann zwei bis vier Stunden lang Speise- und Giftpilze vor. Am 19. September und am 17. Oktober hält er außerdem Vorträge für Anfänger. Tickets für die Exkursion und die Vorträge gibt es im Umweltladen.

Pilze bestimmen lassen

Wer sich hinterher nicht sicher ist, ob der gesammelte Pilz tatsächlich essbar ist, kann sich ebenfalls an den Umweltladen wenden. Auch hier steht Pilzexperte Franz Heller für Fragen zur Verfügung. Vom 2. September bis zum 4. November, immer montags zwischen 16 und 18 Uhr, können Sammler ihre Pilze vorbeibringen und kostenfrei von Heller bestimmen lassen.

Einen Pilzbestimmungskurs machen

Um selbst zum Experte zu werden, können Hobbysammler aber auch einen mehrtägigen Pilzbestimmungskurs machen. Ziel ist es, zehn bis 15 Pilzarten sicher bestimmen und besonders giftige Pilzarten erkennen zu können. Die Termine für den Kurs sind in diesem Jahr immer sonntags (22.09., 29.09., 06.10.2019. ), jeweils von 10 bis 15 Uhr. Der Kurs kostet 90 Euro.

Die Regeln kennen

Allgemein gilt: Jeder Pilzsammler sollte ein paar Regeln befolgen, um sich selbst und den Pilzbestand im Wald zu schützen. Pilze, die man vor Ort schon bestimmen konnte, sollte man am Stilende mit einem Messer vom Boden lösen und im besten Fall von madigen Stellen befreien. Pilze, die man noch bestimmen lassen möchte, sollte man getrennt von den essbaren aufbewahren — vor allem, damit man sie später nicht verwechselt. Insgesamt darf man außerdem pro Kopf nicht mehr als ein Kilo Pilze am Tag sammeln. Zuhause angekommen, sollten die Pilze noch am gleichen Tag verarbeitet werden, weil sie schnell verderben.

Nummer des Giftnotrufs einspeichern

Den falschen Pilz zu essen, kann lebensgefährlich sein. Deshalb sollte man die Nummer des Giftnotrufs immer parat haben. Anzeichen für eine Pilzvergiftung sind Magendruck, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüche, Schwindel und Rauschzustände. Die Symptome können auch noch bis zu 24 Stunden nach dem Essen auftreten. Wer solche Symptome hat, sollte den Notarzt verständigen und die Giftinformationszentrale in Mainz anrufen. Die Zentrale versucht dann in Zusammenarbeit mit einem Pilzsachverständigen den Pilz, Pilzreste, aber auch Erbrochenes, zu bestimmen um richtig handeln zu können. Den Notruf erreicht man unter der Rufnummer (06131) 19 240.

Wo sammelt Ihr am liebsten Pilze und was sollten Sammler noch beachten? Schreibt es in die Kommentare. (js)

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