Ehemaliger Oberbürgermeister von Wiesbaden verstorben

Der frühere Wiesbadener Oberbürgermeister Achim Exner ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Er galt als bürgernah und prägte die Stadt über Jahrzehnte.

Ehemaliger Oberbürgermeister von Wiesbaden verstorben

Wiesbadens ehemaliger Oberbürgermeister Achim Exner ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Das teilt die Stadt Wiesbaden mit. Demnach starb Exner am Donnerstagabend (30. Juli) nach langer Krankheit.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende würdigt Exner als „herausragenden Ideengeber und außergewöhnlich bürgernahen Politiker“. Mit seiner Entschlossenheit und seinem sozialen Engagement habe er das Vertrauen vieler Menschen gewonnen. Auch Bürgermeisterin Christiane Hinninger sagt: „Er war immer ein bürgernaher und pragmatischer Oberbürgermeister, der parteiübergreifend geschätzt wurde.“

Achim Exner war von 1985 bis 1997 Oberbürgermeister von Wiesbaden. Zuvor war der studierte Volkswirt ab 1972 Stadtverordneter und von 1982 bis 1985 Sozialdezernent der hessischen Landeshauptstadt.

Städtepartnerschaften und bundesweite Schlagzeilen

In seiner Amtszeit initiierte er verschiedene Städtepartnerschaften, darunter die mit seiner Geburtsstadt Breslau (heute Wrocław) im Jahr 1987. Diese galt als wichtiges Zeichen der deutsch-polnischen Aussöhnung. Auch die Partnerschaft mit Görlitz, das nach der Wende Unterstützung aus Wiesbaden erhielt, geht maßgeblich auf ihn zurück. Bundesweit und international für Schlagzeilen sorgte Exner, als er 1991 nach der Geburt seiner Tochter Erziehungsurlaub nahm. Er setzte sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Beruf und Politik ein, heißt es im Nachruf der Stadt.

Als junger Kommunalpolitiker verhinderte er das Vorhaben „City Ost“, das großflächige Abrisse vorgesehen hätte. Unter seiner Führung wurde Wiesbaden 1991 zudem die weltweit erste Unicef-Partnerstadt. Damals überreichte er der Unicef-Botschafterin Audrey Hepburn einen Spendenscheck über mehr als zwei Millionen Mark.

Engagement auch nach der aktiven Politik

Nach seinem Ausscheiden aus der Politik blieb Exner weiter aktiv. In seinem „Rat-Haus“ in Biebrich bot er Bürgern eine Anlaufstelle bei Problemen und meldete sich bis ins hohe Alter zu kommunalpolitischen Themen zu Wort.

Für seine Verdienste wurde Exner mehrfach geehrt. 1997 erhielt er die Ehrenplakette der Stadt Wiesbaden und trägt seitdem die Ehrenbezeichnung „Stadtältester“. Im Jahr 2000 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Görlitz ernannt. „Wir verneigen uns in tiefer Dankbarkeit vor dem Verstorbenen und seinen Verdiensten für die Landeshauptstadt Wiesbaden. Seiner Familie, Freunden und Weggefährten gilt unser tiefes Mitgefühl“, so Oberbürgermeister Mende.