Was tut sich auf dem Gelände der ehemaligen Klinik im Aukammtal?

Jahrelang lag die Klinik am Bingert brach. Jetzt ist von dem Gebäudekomplex fast nichts mehr übrig. Gibt es neue Pläne für die Nutzung des Geländes?

Was tut sich auf dem Gelände der ehemaligen Klinik im Aukammtal?

Vor über elf Jahren schloss die Klinik im Aukammtal ihre Türen. Es folgten Jahre, in denen sich an dem Gelände neben dem Thermalbad nichts veränderte. Die Ruine verfiel immer mehr, Graffitis zierten die Fassade, die Fensterschreiben waren fast alle kaputt:

Grund dafür waren Meinungsverschiedenheiten zwischen Stadt, Ortsbeiräten und Besitzer des Grundstücks zur zukünftigen Nutzung der Fläche. Während sich der Besitzer des Geländes — die Hochheimer Immobilienfirma „WM Bauträger GmbH“ bedeckt darüber hält, was aus dem Gebäude wird, hatten die Ortsvorsteher eine Vermutung.

Wohnungsbau oder Gesundheitszentrum?

„Wir gehen davon aus, dass der Besitzer dort ein reines Wohngebiet plant“, sagte der Bierstädter Ortsvorsteher Stephan Belz Anfang 2018 gegenüber Merkurist. Das Areal ist allerdings als Sondergebiet für die Nutzung durch die Kur oder medizinische Einrichtungen ausgewiesen. Will der Besitzer dort Wohnungen bauen, muss er einen Antrag bei der Stadtverordnetenversammlung stellen. Der Magistrat kann dann über ein neues Verfahren entscheiden.

Die Ortsbeiräte Bierstadt und Sonnenberg wünschen sich stattdessen ein Gesundheitszentrum. Sie baten die Stadt darum, einen Wohnungsbau größtenteils auszuschließen. Es folgten viele Gespräche zwischen Stadt, Besitzer und Ortsbeiräten, allerdings ohne Erfolg — der Gebäudekomplex verfiel währenddessen weiter. 2016 begann der Besitzer des Geländes dann damit, die Gebäude abzureißen. Zwar konnte man auch in den Jahren danach immer wieder Abrissarbeiten beobachten, wirklich viel tat sich aber nicht. Zumindest bis vor Kurzem, denn jetzt sind fast alle Gebäude auf dem Grundstück verschwunden:

Etwas Neues gibt es aber trotzdem nicht, sagt Alexander Reinfeldt vom Dezernat für Stadtentwicklung und Bau: „Es gibt noch keine konkrete Planung für das Gelände der ehemaligen Klinik am Bingert.“ Die Frage der Nachnutzung sei wegen des Planungsrechts weiterhin offen. Mit dem Grundstückseigentümer stehe man weiterhin in einem konstruktiven Austausch darüber, wie eine künftige Bebauung des Areals geplant werden könnte, so Reinfeldt weiter.

Eigentümer setzt Abrissgenehmigung um

Dass kaum mehr etwas von den Gebäuden übrig ist, liegt also nicht daran, dass eine Einigung gefunden wurde. Stattdessen setzt der Eigentümer des Geländes lediglich die Abrissgenehmigung um. Das ist Pflicht, denn eine solche Genehmigung wird innerhalb von drei Jahren nachdem sie erteilt wurde wieder ungültig, wenn nicht mit dem Abbruch begonnen, oder wenn der Abriss für ein Jahr unterbrochen wird. Die Zukunft des Geländes bleibt also trotz Abriss weiter ungewiss. (nl)

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