Wiesbadener Studentin segelt zur Klimakonferenz nach Chile

Die Wiesbadener Studentin Clara von Glasow segelt von den Niederlanden nach Rio de Janeiro. Ihr Ziel: Die UN-Klimakonferenz in Chile. Was sie dazu brachte, in ein Abenteuer zu starten.

Wiesbadener Studentin segelt zur Klimakonferenz nach Chile

Im August machte sich die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg von England aus auf die Reise nach New York. 14 Tage war sie auf einer Segelyacht unterwegs, um anschließend an der UN-Klimakonferenz in der amerikanischen Metropole teilzunehmen. Weniger medienwirksam aber nicht weniger abenteuerlustig macht sich am Mittwoch auch eine Absolventin der Wiesbadener EBS Lawschool mit einer Yacht auf den Weg zu einer Klimakonferenz.

„Wir planen schon seit einem Jahr.“ - Clara von Glasow

Die 25-jährige Clara von Glasow hat ihr erstes Jura-Staatsexamen in Wiesbaden erfolgreich absolviert und nun Zeit, sich als Mitglied der „Klimadelegation“ auf ein Abenteuer einzulassen. In dieser Rolle war von Glasow bereits auf sechs Klimakonferenzen. Dass sie nun erstmals zu einer Konferenz segelt wurde aber weniger von Greta Thunbergs Segeltörn inspiriert. „Wir planen die Reise schon seit einem Jahr“, sagt von Glasow wenige Stunden bevor ihr Schiff ablegt.

Emissionsfrei Aufmerksamkeit erregen

Warum aber tut man sich das an? Sieben Wochen sind für die Reise aus den Niederlanden nach Rio veranschlagt. Mit rund 40 Personen ohne viel Platz und Privatsphäre auf hoher See. „Wir wollen so emissionsfrei wie möglich hinkommen“, sagt von Glasow. „Außerdem bekommt man dadurch viel mehr Aufmerksamkeit.“ Organisiert wurde die Reise von vier Niederländern. Mit an Bord ist außerdem eine Schiffscrew, bestehend aus einem Kapitän und fünf Crewmitgliedern.

Daher sei die Vorbereitung auf den Törn auch an nur einem Wochenende erfolgt. „Wir dürfen auch mitsegeln, aber die Crew übernimmt einen Großteil davon“, sagt von Glasow. Die Mitglieder der Klimadelegation werden außerdem in Schichten eingeteilt, so dass jeder von ihnen auch immer eine Aufgabe auf dem Schiff übernimmt. Die restliche Zeit, isoliert von Menschen und ohne Internet, bleibt den Klimaaktivisten dann, um sich auf die anstehende Konferenz zu konzentrieren und Ideen auszutauschen.

Lobbyarbeit für die Zukunft

„Zeit nutzen, um Input zu geben.“ - Clara von Glasow

In rund sieben Wochen wird das Schiff in Rio de Janeiro anlegen. Von dort aus geht es dann mit dem Bus weiter nach Santiago de Chile, wo vom 2. bis zum 13. September die UN-Klimakonferenz stattfindet. Dort werden von Glasow und ihre Mitstreiter vor allem Lobbyarbeit leisten. „Wir nutzen die Zeit, um den Delegierten Input zu geben, unsere Wünsche und Ziele nahezubringen“, erklärt sie. Das könne auf dem Gang im Vorbeigehen oder ganz offiziell im Plenum geschehen, denn die jungen Aktivisten haben auch Rederechte auf der Konferenz.

Für van Glasow geht es voraussichtlich Ende Februar wieder zurück. Die Reise wird sie ebenfalls mit einem Segelschiff antreten. Andere Klimaaktivisten wollen länger bleiben, bei sozialen Projekten Mitarbeiten oder Auslandssemester absolvieren. Impressionen der Reise gibt es auf der Homepage der Klimadelegation und auf Instagram. (nl)

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