Engstelle Salzbachtalbrücke: Aufatmen im Wiesbadener Berufsverkehr

Seit Montagmorgen gibt es auf der Salzbachtalbrücke an der A66 wieder eine Wechselverkehrsführung mit abwechselnd zwei Spuren pro Fahrtrichtung. Dadurch entspannt sich auch die Verkehrslage in der Innenstadt.

Engstelle Salzbachtalbrücke: Aufatmen im Wiesbadener Berufsverkehr

Manche Wiesbadener waren am frühen Montagmorgen vielleicht etwas verwundert, als sie im Radio die Verkehrsmeldungen hörten. Denn der tägliche Stau auf der A66 zwischen Biebrich und der Mainzer Straße fehlte. Dahinter steckt aber kein Fehler der Radiostationen. Stattdessen konnte der Berufsverkehr auf der viel befahrenen Pendlerstrecke nach Frankfurt tatsächlich erstmals seit Monaten wieder fließen.

Denn an der in die Jahre gekommenen Salzbachtalbrücke über der A66 konnte nach mehreren Monaten wieder ein zusätzlicher Fahrstreifen freigegeben werden, auch Laster dürfen die Brücke wieder befahren. Im Januar hatte die zuständige Straßenbaubehörde Hessen Mobil die Fahrstreifen nach einem Montagefehler gesperrt. Zusätzlich wurde Fahrzeugen über 7,5 Tonnen das Befahren der Brücke untersagt.

Staus auch in der Stadt

Neben den täglichen Staus auf der Autobahn kam es deshalb auch innerhalb Wiesbadens immer wieder zu einem starkem Verkehrsaufkommen. Besonders belastet war dabei Biebrich. Durch seine Lage direkt an der A66 nutzten viele Pendler die Straßen des Stadtteils als Umgehungsstrecke. Dadurch war besonders der morgendliche Berufs- und Busverkehr belastet.

„Für den innerstädtischen Straßenverkehr bedeutet das eine erhebliche Entlastung.“ - Andreas Kowol

Laut Andreas Kowol (Grüne), Verkehrsdezernent der Stadt, hätten besonders Pendler aus dem Taunus, die normalerweise über die B260 auf die A66 gefahren waren, die Stadt als Ausweichstrecke genutzt. Er hofft, dass diese nun wieder den direkten Weg in Richtung Frankfurt nehmen werden. Am Montag zeigte sich bereits eine deutliche Entspannung, so kamen die Linienbusse deutlich schneller von Biebrich zum Hauptbahnhof. Kowol begrüßte die geänderte Verkehrssituation: „Für den innerstädtischen Straßenverkehr bedeutet das eine erhebliche Entlastung.“

Denn die aktuelle Verkehrspolitik Kowols sieht vor, den Durchgangsverkehr aus der Wiesbadener Innenstadt herauszuhalten. Neben den bestehenden Strecken über die B42 und B260 zur A66 von West nach Ost plant das Verkehrsdezernat auch schon weitere Umgehungsstrecken: „Wir überlegen Verkehre, die von der B417/Platter Straße in Richtung Innenstadt kommen und die versuchen, Störungen auf der A3 zu umfahren, über den Fischzuchtweg auf den zweiten Ring zu führen, um Platter Straße, Schwalbacher Straße, Rheinstraße und Oranienstraße zu entlasten.“

Erste Maßnahmen um den Plan durchzuführen hat die Stadt bereits eingeleitet. Als wichtigstes Mittel dient da die intelligente Ampelsteuerung in der Stadt (wir berichteten). So wurde etwa am Dürerplatz die Ampelschaltung geändert und eine zusätzliche Abbiegespur zur Aarstraße eingeführt. Weitere Maßnahmen konnten aber wegen der Situation auf der Salzbachtalbrücke nicht durchgeführt werden. Da sich diese jetzt aber geändert hat, wendet sich Kowol mit einer Bitte an die Bürger: „Umso dringender appelliere ich jetzt an die Bürgerinnen und Bürger aus den Nachbarkommunen, deren Fahrtziel nicht Wiesbaden ist, fortan nur noch die Alternativrouten über die überörtlichen Bundesverkehrsstraßen zu den Autobahnen A66 und A3 zu nutzen.“

Keine wirkliche Entspannung

Denn ab dieser Woche kommt es wegen Baumaßnahmen entlang des ersten Rings zu Verzögerungen im Stadtverkehr. Eine wirkliche Entspannung des Wiesbadener Stadtverkehrs sei laut Kowol sowieso erst zu erwarten, wenn der sechsspurige Ausbau der Salzbachtalbrücke abgeschlossen sei. Bis es soweit ist, werden die Wiesbadener sich aber wohl noch mit einigen Staus herumplagen müssen — Das Ende der Baurbeiten ist laut Hessen Mobil nicht vor 2025 angesetzt. (ts)

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