Diese Erinnerungen haben die Wiesbadener an den Tag des Mauerfalls

Heute vor 33 Jahren öffnete die DDR ihre Grenzen zur Bundesrepublik. Der 9. November 1989 ging als Tag des Mauerfalls in die Geschichte ein. Auch Merkurist-Leser erinnern sich noch gut an dieses Ereignis – teils mit gemischten Gefühlen.

Diese Erinnerungen haben die Wiesbadener an den Tag des Mauerfalls

Der 9. November ist einer markantesten Tage in der wechselvollen Geschichte Deutschlands: Angefangen von der Ausrufung der Republik 1918 über den „Hitler-Putsch“ 1923 sowie die Reichspogromnacht 1938 bis hin zum Fall der Berliner Mauer 1989. Letzteres dürfte auch heute noch vielen Wiesbadenern in Erinnerung sein, auch wenn die Einheit beider deutscher Staaten schließlich erst am 3. Oktober 1990 vollzogen wurde.

„9. November echter Tag der Einheit“

So geht es auch Leser Jens 33 Jahre nach dem historischen Ereignis. Für ihn ist der 9. November „der echte Tag der Einheit“. An die Wende-Zeit denkt er auch heute noch gerne zurück. „Ich habe im Herbst 1989 in Erfurt gelebt. Als die Mauer gefallen ist, war ich gerade in Erfurt im Betrieb bei der praktischen Ausbildung. Am Freitag, dem 10. November, haben mir Kollegen gesagt: ‘Jens, du kannst nach West-Berlin, du musst dir nur einen Stempel holen und dann kannst du rüber’. Ich habe gedacht, sie veralbern mich. Es war so etwas wie ein Gesetz, dass eben Berlin/West nicht erreichbar ist und auch nicht die Bundesrepublik.“

Anderen Lesern geht es ähnlich: „Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an die Zeit denke, es war tatsächlich unfassbar und überwältigend, auch für uns hier im Westen mit Verwandten in der DDR.“ Man solle sich an dieses Ereignis öfter erinnern, um wieder festzustellen, wie gut wir es heute im Vergleich zu damals haben, auch wenn augenblicklich sicher einiges im Argen liege, schlägt ein anderer Leser einen Bogen zur Gegenwart.

Ein weiterer Leser, der ursprünglich in der DDR lebte, erinnert sich: „In diesem Jahr damals verkündete Erich Honecker, dass die Mauer noch in 100 Jahren stehen wird. Wie sich doch Politiker irren können.“ Und gerade deshalb, weil er glaubte, dass er ihn nicht mehr miterleben würde, sei der Mauerfall für ihn überraschend und einfach nur großartig gewesen – auch wenn er 1989 schon lange im Westen lebte. „Bin schon 10 Jahre vorher aus dem Arbeiter- und Bauernstaat abgebüchst“, kommentiert er auf Merkurist.

Eher verschlafen hat dagegen Leser Karl den Mauerfall erlebt, wie er berichtet: „Ich lag im Bett und habe nix mitbekommen.“ Er habe sich dann nur am 10. November (Freitag) morgens darüber gewundert, was die Moderatoren im Autoradio denn „für ein pathetisches Gefasel“ von sich gaben, erinnert sich Karl. Für Leserin Victoria war es hingegen ein unvergessliches Erlebnis: „Ich habe es in den Nachrichten gesehen. Am Tag darauf bin ich am Abend mit Freundinnen zum Marktplatz, weil es dort ein Feuerwerk gab, und wir (Deutsche, Türkin und Russin) uns sehr gefreut haben“, kommentiert sie.

Doch nicht alle Leser sind vom damaligen Mauerfall begeistert. So kommentiert beispielsweise ein anderer Leser: „Die BRD in den Grenzen vom 02.10.1990 hat mir besser gefallen. Ich hab schon 1989 Zweifel an der Osterweiterung Deutschlands, der EU und der NATO gehabt. Und ich glaube immer noch, das ich Recht damit hatte.“

Und so titelten die Zeitungen

Der Mauerfall war am 10. November schließlich auch Thema Nummer eins auf den Titelseiten aller Zeitungen. So titelte die „Bild“: „Geschafft! Die Mauer ist offen“. Die BZ schrieb: „Die Mauer ist weg! Berlin ist wieder Berlin!“. In der Berliner Morgenpost hieß es: „DDR öffnet alle Grenzen – auch in Berlin. Der Abriß der Mauer wird bereits diskutiert.“

Im deutschen Fernsehen, wie hier in der ARD-Tagesschau, klang es dagegen direkt am Abend des Mauerfalls noch etwas verhaltener:

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