Jahresrückblick: Die goldene Statue des Recep Tayyip Erdoğan

Die Wiesbadener Biennale sorgt für Diskussionen

Jahresrückblick: Die goldene Statue des Recep Tayyip Erdoğan

O-ha! Schon wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Von den vielen Geschichten, die sich in den vergangenen zwölf Monaten in Wiesbaden abgespielt haben, fassen wir eine Woche lang die acht meist gelesenen Merkurist-Storys noch einmal in unserem Jahresrückblick „8 aus 18“ für Euch zusammen.

Alle zwei Jahre findet in Wiesbaden von vielen eher unbeachtet die „Biennale“ statt. Doch 2018 sollte die Kunstwoche der Landeshauptstadt für bundesweite Schlagzeilen sorgen. Am späten Abend des 27. Augusts wurde plötzlich eine drei Meter hohe Statue des türkischen Staatspräsidenten Recip Erdogan mitten auf dem Platz der Deutschen Einheit aufgestellt. Am darauffolgenden Tag versammelten sich hunderte Menschen um sich das Kunstwerk anzusehen, viele darunter, um ihren Unmut über die Politik des umstrittenen Präsidenten kund zu tun. Als am Abend die Lage zu eskalieren drohte, beschlossen die Stadt und die Polizei, die Statue wieder abzubauen.

Grund für die provokante Aktion war das Motto der Biennale „Bad News“. Auch mit anderen Installationen im öffentlichen Raum wollten die Künstler die Wiesbadener zum Denken anregen. Dazu gehörte etwa ein roter Baucontainer, der zeitgleich mit der Statue wenige Meter weiter auf dem Faulbrunnenplatz aufgestellt wurde. Nachdem sich erst eine vermeintlich rechtsradikale Organisation zu der Gestaltung des Containers bekannte, wurde er durch die Frankfurter Künstlergruppe „Hauptschule“ gekapert und in ein Pornostudio verwandelt.

Für noch mehr vermeintliche „Bad News“ während der Biennale sorgte die Umgestaltung des Staatstheaters. Anstatt Ballet oder Opernaufführungen fanden sich Ende August für eine Woche ein Rewe-Markt, ein Parkhaus sowie ein Porno-Kino in dem altehrwürdigen Bau.

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