Dirk Buchhalla: Wie verändert sich die Welt durch Elon Musk und Co.?

Die digitale Entwicklung lässt sich nicht mehr aufhalten. Es stellt sich eigentlich nur noch die Frage, wie wir mit der Digitalisierung umzugehen haben. Wie dieser Umgang aussehen kann, erklärt Dirk Buchhalla, CIO bei gulden röttger.

Dirk Buchhalla: Wie verändert sich die Welt durch Elon Musk und Co.?

Schreck lass nach, wo ist mein Smartphone?

„Sie hat uns eigentlich voll und ganz im Griff die Digitalisierung, auch wenn dies einigen noch nicht voll und ganz bewusst ist. Ich probiere es deshalb mit einem Beispiel. Jeder kennt sicherlich das Gefühl wenn er sein Smartphone nicht mehr in der Nähe hat. Die Hände werden feucht, der Pulsschlag erhöht sich, das Gefühl wichtige Informationen zu verpassen macht sich breit, alles Anzeichen eines klaren Suchtverhaltens. Dieses Beispiel macht deutlich, wie verzahnt unser analoges Leben schon mit dem digitalen Leben ist. Wir können nicht mehr ohne, oder?!

Was bedeutet Digitalisierung für uns?

Die Digitalisierung lässt sich nicht mehr aufhalten. Sie zu verteufeln wäre der falsche Weg.

Wir können nun die Digitalisierung verteufeln und uns sagen: Früher war alles besser, ich bin und bleibe analog. Das ist aber aufgrund der Tatsache, dass sich die digitale Entwicklung nicht mehr aufhalten lässt der falsche Weg. Die Digitalisierung findet Einzug in sämtliche unserer Lebensbereiche, vom intelligenten Kühlschrank bis hin zum elektrischen Auto, was uns völlig vernetzt von A nach B bringt, sowie Roboter die Ärzten im OP-Saal assistieren. Können wir uns dieser Entwicklung völlig verwehren, sodass wir irgendwann nicht mehr wissen, wie wir mit diesen Veränderungen umzugehen haben? Die Entwicklungen im digitalen Bereich haben fast exponentielle Geschwindigkeiten, sie sind nicht mehr in Jahren sondern wohl eher in Monaten oder sogar Wochen zu rechnen.

Lasst uns die Digitalisierung als Chance sehen, um Umstände und Abläufe zu verbessern!
Elon Musk dient hier als eines der herausragenden Beispiele. Er versammelt Menschen um sich, um mit diesen gemeinsam an zukunftsträchtigen Entwicklungen, wie z.B. Neuralink, zu arbeiten.
Frei nach dem Motto: nichts ist unmöglich, alles was wir uns vorstellen können, können wir auch verwirklichen. Nach dieser Idee geht er vor und probiert aus, was für viele absolut abstrus scheint. Aber genau diese neuen Denkweisen zeichnen Menschen wie Elon Musk oder Sebastian Thrun aus und bringen Entwicklungen voran. Die Digitalisierung eröffnet uns Möglichkeiten, die uns vor 30 Jahren in diesem Umfang überhaupt nicht zur Verfügung standen. Wie Henry Ford schon sagte: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

Wissen für jedermann möglich

Es war nie zuvor in der Menschheitsgeschichte so einfach, sich Wissen anzueignen. Wissen wurde damals eigentlich überwiegend innerhalb der Eliten weitergegeben. Heute haben wir Plattformen wie Wikipedia oder Udacity, eine private Online-Akademie, die 2012 von Sebastian Thrun ins Leben gerufen wurde. Sebastian Thrun würde ich - wie Elon Musk - als einen Pionier der Neuzeit beschreiben. Heutzutage kann jeder durch die Vernetzung sein Wissen mit anderen teilen. Diese Vernetzung und die Tatsache, dass heutzutage jeder als Sender fungieren kann, sollten zu einer besseren Welt führen, da Wissen teilbar wird.

Einsatzgebiet in der Wirtschaft

Künstliche Intelligenz (AI), ein Ausfluss der Digitalisierung, kann zum Beispiel auch dem Umweltschutz dienen. Dies zeigt die Otto Group mit dem Einsatz eines Algorithmus, der ursprünglich für Experimente am CERN-Labor entwickelt wurde. Um zu prognostizieren, was Kunden künftig kaufen werden (sogar eine Woche bevor sie bestellen), setzt die Otto Group diesen Algorithmus ein.
Dies führt zu besserer Kundenzufriedenheit, was wiederum zu weniger Retouren führt und folglich die Umwelt schont, denn weniger Pakete sind besser für die Umwelt.

Die digitale Entwicklung verlangt ganz neue Denkmuster.

Hier wird deutlich, dass die digitale Entwicklung auch ganz neue Denkmuster verlangt. Was hat ein CERN-Labor mit einem Handels- und Dienstleistungskonzern gemeinsam? Sicherlich auf den ersten Blick gar nichts, dennoch hat die Anwendung des im CERN-Labor entwickelten Algorithmus zu ganz neuen Erkenntnissen geführt. Kundenzufriedenheit und Umweltschutz.“

Dirk Buchhalla ist 43 Jahre alt und Chief Information Officer (CIO) bei gulden röttger | rechtsanwälte in Mainz. Er befasst sich seit Anfang der 1990er - also quasi mit Beginn des Internets - mit neuen digitalen Technologien.

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