Zu Heimspielen des SVWW kommen die wenigsten Zuschauer

Schlusslicht SVWW: So wenige Zuschauer hat sonst kein Verein

Zu Heimspielen des SVWW kommen die wenigsten Zuschauer

23.059 Zuschauer kommen in die Brita-Arena. Ein Wert, der das Stadion des Wiesbadener Drittligisten aus allen Nähten platzen lassen würde. Schließlich ist die Arena nur für maximal 12.566 Personen ausgelegt. Und was bei anderen Klubs ein schlechter Wert für ein Heimspiel wäre, gibt beim SVWW auch nicht den Zuschauerschnitt eines Spiels an, sondern die absoluten Zahlen für die Hinrunde der aktuellen Saison.

Wie das Fußballportal „Transfermarkt.de“ berichtet, sieht so nämlich der traurige Liga-Alltag in der Kurstadt aus. Auf dem 20. — und damit auf dem letzten Platz der Besucherzahlen — liegt der SV Wehen Wiesbaden. Im Schnitt ergibt sich für die Hinrunde der Saison 2018/2019 daraus ein Wert von nur 2096 Zuschauern pro Heimspiel — ebenfalls Negativrekord für die Dritte Liga. Die Brita-Arena ist in der aktuellen Spielrunde nur zu knapp 17 Prozent ausgelastet.

Spitzenreiter Kaiserslautern

Anders sieht es ganz oben in der Zuschauertabelle aus. Zwar ist das Fritz-Walter-Stadion des 1. FC Kaiserslautern im Schnitt auch nur jeweils zu 47 Prozent ausgelastet, daraus ergibt sich aber ein Zuschauerschnitt von 23.354 Fans pro Heimspiel — mehr als sich während der gesamten Saison in die Brita-Arena verirrt haben.

Generell ist die Dritte Liga kein Zuschauermagnet. Lediglich das Stadion an der Grünwalder Straße, in dem der TSV 1860 München seine Heimspiele austrägt, war in der Hinrunde jedes Mal ausverkauft und somit zu 100 Prozent ausgelastet. Der SV Meppen schaffte es immerhin einmal, das Stadion voll zu bekommen.

Geisterspiele in Wiesbaden

Und als wäre der Vergleich mit dem FCK nicht schon traurig genug, hatten die Roten Teufel in der aktuellen Saison auch noch zwei Heimspiele weniger als der SVWW. Zusätzlich verdeutlicht wird der schlechte Zuschauerschnitt in Wiesbaden noch durch den Fakt, dass selbst alle Zuschauer aus zehn Heimspielen zusammengenommen die Brita-Arena nicht füllen könnten. Dann wäre noch immer Platz für zusätzlich gut 2000 Personen.

Handfeste Gründe für das Desinteresse der Wiesbadener zu „ihrem“ Verein gibt es nicht, wohl aber viele kleine Faktoren, die dabei wohl eine Rolle spielen. Die Umbenennung des SV Wehen Taunusstein, der Umzug vom Halberg in die Brita-Arena, der finanzstarke Hauptsponsor und die mangelde Attraktivität der Liga wirken sich auf die Auslastung aus. Wirklich entgegenwirken kann der Verein selbst scheinbar nicht. Immer wieder versucht man, durch große oder kleine Aktionen das Wiesbadener Fußballherz höher schlagen zu lassen — mit überschaubarem Erfolg.

Die Fanbeauftragte Moni meint, dass die Wiesbadener Fußball zu „primitiv“ finden. Die Reitturniere in Biebrich oder Tennis- und Volleyballspiele seien schließlich immer gut besucht. „Es liegt an der Mentalität der Wiesbadener.“ Dass sich der Zuschauerschnitt noch einmal ändert, möchte die Fanbeauftragte nicht ausschließen. Dafür sei es aber über kurz oder lang nötig, in die Zweite Liga aufzusteigen. „Und dann hoffentlich auch oben zu bleiben“, sagt Moni. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. (js)

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