Illegale Straßenmarkierung: Stadt Wiesbaden startet Entfernung

In Wiesbaden wurden rund 170 illegale Straßenmarkierungen entdeckt. Die Entfernung kostet viel Geld. Manche selbstgemalte Verkehrszeichen gelten als gefährlicher Eingriff.

Illegale Straßenmarkierung: Stadt Wiesbaden startet Entfernung

Ab Montag (12. Oktober) lässt das Tiefbau- und Vermessungsamt der Stadt Wiesbaden illegal aufgebrachte Markierungen auf öffentlichen Straßen und Gehwegen entfernen. Insgesamt wurden im Stadtgebiet rund 170 dieser nicht genehmigten Kennzeichnungen aufgedeckt. Das teilte die Stadt auf Anfrage von Merkurist mit.

Die illegalen Markierungen wurden durch die Einführung eines neuen digitalen Verkehrszeichen-Managementsystems entdeckt. Dafür wurde der gesamte Bestand an Schildern und Markierungen im Stadtgebiet systematisch erfasst.

Vom falschen Zebrastreifen bis zum Parkverbot

Die Art der Markierungen ist vielfältig. Oft handelt es sich um Striche, Kreuze oder Sperrflächen, mit denen Anwohner eigenmächtig Ein- und Ausfahrten freihalten wollen. Wie die Stadt auf Anfrage berichtet, sind diese mal nur an der Bordsteinkante, mal über den gesamten Gehweg oder sogar auf der Fahrbahn aufgemalt. Solche privaten Kennzeichnungen können zu Missverständnissen führen und die Verkehrssicherheit gefährden, da Verkehrsteilnehmer auf die Gültigkeit offizieller Zeichen vertrauen müssen.

In einem besonders gravierenden Fall musste die Stadt bereits 2025 wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sofort handeln. Damals hatten Unbekannte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einen Zebrastreifen auf die Eisenbahnstraße kurz vor dem Hochkreisel gesprüht.

66.000 Euro für erste Entfernungen

Die Stadt spricht in ihrer Antwort von geschätzten 66.000 Euro Kosten für die Entfernung. Allein im ersten Bauabschnitt, der für das letzte Quartal dieses Jahres geplant ist, wird diese Summe fällig. Die Arbeiten beginnen in den Ortsbezirken mit den meisten Funden. Dazu gehören Dotzheim mit circa 24, Biebrich mit rund 16 und Klarenthal mit etwa 12 illegalen Markierungen. Auch in Bierstadt (8), Auringen (3), Kastel (2), Delkenheim (2) und Breckenheim (1) werden die Markierungen entfernt.

Die restlichen Stadtteile sollen in der ersten Jahreshälfte 2027 folgen. Während der Arbeiten kann es zu kleineren, vorübergehenden Einschränkungen kommen. Die Stadt Wiesbaden bittet Bürger, künftig darauf zu verzichten, eigenmächtig Markierungen anzubringen. Wer einen Bedarf für eine Regelung sieht, solle sich stattdessen an die zuständige Stelle bei der Stadt wenden.