Florian Keller: Wie man im Wettbewerb von morgen mithalten kann

Weil eine Geschäftsidee auch immer die richtige Strategie braucht, um am Markt überleben zu können, hilft „Pando Ventures“ jungen Unternehmern beim Start. Diplom Ingenieur Florian Keller erklärt in seinem Gastbeitrag, warum das so wichtig ist.

Florian Keller: Wie man im Wettbewerb von morgen mithalten kann

Die Welt gehört denen, die sie nach ihren eigenen Regeln verändern – und zwar immer und immer wieder. Ich beziehe mich dabei auf neue Ideen, die vor allem alteingesessene Strukturen infrage stellen. Die Aufklärung durch Kant, die Bürgerrechtsbewegung durch Martin Luther King oder der Fall der Berliner Mauer sind prominente Beispiele dafür. Es sind diese riskanten Ideen, die die Menschheit letztlich weiterbringen.

„Der Wettbewerb von morgen findet nicht zwischen Produkten und Dienstleistungen statt, sondern zwischen Geschäftsmodellen!“

Selbst die sich stetig wandelnde Wirtschaftswelt scheint diesem Naturgesetz zu unterliegen. Unternehmen, die einst ihre Branche als Marktführer dominierten und dabei stets an ihren altbewährten Geschäftsmodellen festhielten, finden in regelmäßigen Abständen ihren Untergang in den Händen eines Innovators. Im September 2013 gab Nokia, einst global führender Handy-Hersteller, bekannt, dass es seinen Gerätegeschäftsbereich an Microsoft verkauft. Dies geschah nur zehn Jahre nachdem das Unternehmen 35 Prozent Marktanteil am Mobiltelefonmarkt hielt. Ähnlich erging es Kodak. Obwohl die Organisation im Jahr 1975 die Digitalfotografie entwickelte, stützte sich das Unternehmen auf den Erfolg seines traditionellen Kamerahandels, bis es schließlich zu spät war und Kodak nicht mehr in der Lage war, auf dem digitalen Fotomarkt zu konkurrieren.

Als Reaktion auf diese Entwicklung engagieren sich immer mehr etablierte Unternehmen in sogenannten Inkubatoren- oder Beschleuniger-Programmen für junge Start-ups. Ihr erklärtes Ziel ist es dabei, neue Geschäftsmodelle und Innovationen zu entwickeln und neue Arten von Organisationen, Unternehmenskulturen und Prozessen kennenzulernen. Neben Unternehmensinkubatoren und Beschleunigern existieren aber auch unabhängige Organisationen wie unser Accelerator „Pando Ventures“.

„Wir haben erkannt, dass junge Unternehmer innovative Ideen und viel Elan mitbringen.“

Pando richtet sich an Existenzgründer mit Geschäftsideen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Wir haben erkannt, dass junge Unternehmer zwar innovative Ideen und viel Elan mitbringen, es ihnen aber meist an nötigem Kapital, bestehenden Infrastrukturen und/ oder dem dazugehörigen wirtschaftlichen und rechtlichen Know-How fehlt. Den daraus resultierenden Bedarf decken wir durch unser so genanntes Acceleratorprogramm, das unter anderem finanzielle Zuschüsse, Büroräume, Weiterbildungsmaßnahmen sowie einschlägiges Mentoring umfasst. Bei der Auswahl der Start-ups legen wir den Fokus auf Geschäftsmodelle, die nachhaltige und exponentielle Geschäftsentwicklung versprechen.

„Unser Förderprogramm stützt sich dabei im Kern auf Methoden wie die des 'Lean-Startup' oder der 'Exponential Organization'.“

Unser Förderprogramm stützt sich dabei im Kern auf Methoden wie die des „Lean-Startup“ oder der „Exponential Organization“, die dem visionären und risikobereiten Unternehmertum des Silicon Valleys entsprechen, und verknüpfen diese mit der stark rationalen und wertgetriebenen Denkweise der deutschen Wirtschaft. Das Hauptaugenmerk liegt auf Geschäftsideen, die bereits mit geringem Kapitaleinsatz erste Transaktionen ermöglichen und dennoch das Potenzial besitzen, disruptiv in ihren adressierten Markt einzutreten.

Ziel von Pando Ventures ist es, so genannten Exponentielle Organisationen, kurz ExO, zu schaffen. Per Definition ist eine ExO: „eine Organisation, deren Wirkung (oder Ertrag) überproportional hoch – mindestens zehn Mal höher – ist als bei vergleichbaren Organisationen. Der Grund dafür ist die Anwendung neuer Organisationsmethoden, die beschleunigende Technologien nutzen.“ ExOs ermöglichen durch die Nutzung neuer organisatorischer Techniken unverhältnismäßig schnelles Wachstum, das durch die Exponentialkräfte neuer Technologien noch beschleunigt wird. Sie sind der logische Schluss auf die durch die Digitalisierung entstandene exponentielle Geschäftsentwicklung und stehen im Gegensatz zu linearen Organisationen wie bei Kodak.

Laut Yale-Professor Richard Forster betrug in den 1920er Jahren die durchschnittliche Lebensdauer eines im Standard & Poor’s 500 Index Unternehmens 67 Jahre. Angesichts der Digitalisierung und ihrer Auswirkung, den Exponentialkräften, hat diese Aussage heute keinen Bestand mehr. Nach Forschungsergebnissen der Babson School of Business werden in den nächsten zehn Jahren mehr als 40 Prozent der heutigen Top-Unternehmen nicht mehr existieren. Laut Forster „werden bis 2020 mehr als Drei Viertel der Standard & Poor’s 500 Index Unternehmen sein, von denen wir noch nie etwas gehört haben.“

Florian Keller ist Diplom Ingenieur und Teil des Teams von PANDO Ventures. Dahinter steckt ein dreimonatiges Accelerator Programm, das den Teilnehmern alle Basics für eine fundierte Ideenvalidierung und effiziente Go-to-Market-Strategie bietet.

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