Die Partei Volt Wiesbaden hat eine neue Spitze. Wie die Partei mitteilt, wurden am Wochenende Moira Lüttich und Tahsin Ömür Erizgi zu den neuen Co-Vorsitzenden gewählt. Für Lüttich ist es eine Rückkehr in die Parteiführung, nachdem sie im April dieses Jahres von all ihren Ämtern zurückgetreten war (wir berichteten).
Grund für ihren Rücktritt war eine massive Hetzkampagne in den sozialen Medien. Die damals 33-jährige Sozialarbeiterin sah sich einer Flut von Beleidigungen, Drohungen und manipulierten, „übergriffigen Bildern“ ausgesetzt. Laut ihrer Partei kamen die Anfeindungen „aus der rechten Ecke“ und waren „frauenfeindlich“. Der Rücktritt sorgte parteiübergreifend für Bestürzung. CDU, SPD, Grüne, Linke und FDP sprachen damals in einer gemeinsamen Stellungnahme von einem „Angriff auf die Demokratie“.
Emotionale Rückkehr
Bei ihrer Wahl am Wochenende bedankte sich Lüttich in einer emotionalen Rede für die Unterstützung, die sie in der schweren Zeit erfahren habe. Die vergangenen Monate habe sie genutzt, um neue Kraft zu schöpfen. Nun wolle sie mit neuer Energie wieder für die Partei, die Stadt Wiesbaden und vor allem für alle Frauen und diejenigen da sein, die Ähnliches erfahren mussten und müssen.
Ihr neuer Co-Vorsitzender Tahsin Ömür Erizgi erklärte: „Wir freuen uns, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen und bedanken uns bei allen Volt-Mitgliedern für ihr Vertrauen. Wir führen die Arbeit an einem vielfältigen und lebenswerten Wiesbaden fort.“ Volt ist Teil der Maracuja-Koalition, die eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung bildet.
Zu stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Mitglieder Kathrin Brieger und Christof Scherl. Die Dezernentin für Digitale Transformation, Maral Koohestanian (Volt), dankte dem bisherigen Führungsteam um Edwin Meier, Jasmine Leskien und Patrick Raszka für ihre Arbeit.