Ermittler der hessischen Polizei haben in der vergangenen Woche bei einem Großeinsatz 63 Wohnungen und Häuser durchsucht. Das teilen das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.
Die Schwerpunktmaßnahme zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen fand zwischen Montag und Freitag statt und wurde vom HLKA koordiniert. Die Durchsuchungen richteten sich gegen 63 Beschuldigte, darunter 61 Männer und zwei Frauen im Alter von 15 bis 79 Jahren. Ihnen wird überwiegend die Herstellung, der Besitz und die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie vorgeworfen. In acht Fällen ermittelt die Polizei zusätzlich wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen.
Die Durchsuchungen fanden in Frankfurt am Main, Darmstadt, Hanau, Kassel, Offenbach am Main und Wiesbaden statt. Darüber hinaus gab es Einsätze in den Landkreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Fulda, Groß-Gerau, Gießen, Limburg-Weilburg, Main-Kinzig, Offenbach, Schwalm-Eder und Wetterau. Nach derzeitigem Ermittlungsstand stehen die Beschuldigten nicht miteinander in Verbindung.
Spezialeinheit bündelt Ermittlungen
Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten rund 400 Beweismittel sicher, bei denen es sich hauptsächlich um Speichermedien wie Festplatten oder USB-Sticks handelt. Diese werden nun ausgewertet. Sechs Beschuldigte mussten die Ermittler zur Vernehmung auf eine Polizeidienststelle begleiten. Außerdem wurden bei dem Einsatz zwei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt.
Hintergrund der Aktion ist die Ermittlungseinheit „FOKUS“, die im Oktober 2020 gegründet wurde, um polizeiliche Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie in Hessen zu bündeln und zu intensivieren. Inzwischen arbeiten mehr als 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter rund 170 Ermittler, gezielt an der Aufklärung von Sexualstraftaten gegen Kinder und Jugendliche.