Das Apothekensterben in Rheinland-Pfalz setzt sich fort. Allein zum Jahresende 2025 haben weitere 26 Apotheken im Land geschlossen. Das teilt die Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz mit und warnt vor den Auswirkungen auf die wohnortnahe Arzneimittelversorgung.
„Die Zahlen zeigen deutlich die Dynamik der Apothekenschließungen: In Rheinland-Pfalz ist die Zahl der öffentlichen Apotheken in den vergangenen drei Jahren um 99 Betriebe zurückgegangen“, erklärt der neue Geschäftsführer der Landesapothekerkammer, Christoph Emmerich. Gab es Ende 2022 noch 892 Apotheken, sank ihre Zahl bis zum 31. Dezember 2025 auf nur noch 793. Das entspricht einem Rückgang von elf Prozent in drei Jahren.
Auch bundesweit ist der Trend negativ. Mit 16.601 Apotheken wurde Ende 2025 der niedrigste Stand seit fast 50 Jahren erreicht. Das sind 440 Betriebe weniger als noch ein Jahr zuvor.
Kritik an der Bundesregierung
Die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken sei angespannt, da Kosten für Personal, Energie und Miete gestiegen sind, das Fixhonorar jedoch seit über einem Jahrzehnt nicht angepasst wurde. Die letzte minimale Erhöhung gab es 2013. Seitdem musste jede fünfte Apotheke in Deutschland schließen.
Die Kammer kritisiert, dass das Bundeskabinett eine im Koalitionsvertrag zugesagte Erhöhung des Apothekenhonorars erneut nicht umgesetzt hat. „Wir kritisieren, dass die überfällige Honorar-Anpassung weiterhin nur sehr vage von der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken formuliert wird“, so Emmerich. Er fordert eine sofortige Stabilisierung, um die Arzneimittelversorgung in Rheinland-Pfalz und bundesweit dauerhaft zu sichern.