„Windhose“ in Schwabsburg: Heftige Kritik am Deutschen Wetterdienst

Entwurzelte Bäume beschädigen Gräber auf Friedhof

„Windhose“ in Schwabsburg: Heftige Kritik am Deutschen Wetterdienst

Nach dem Unwetter am Freitagabend, das auch das rheinhessische Schwabsburg heftig getroffen hat, hat die CDU Nierstein deutliche Kritik am Deutschen Wetterdienst (DWD) geübt.

Gegen 18:45 Uhr hatte es in Schwabsburg zu regnen begonnen, gegen 18:54 Uhr hagelte es taubeneiergroße Hagelkörner. Zudem stürmte es heftig. Laut Anwohnern habe sich eine „Windhose“ gebildet, die Sachschäden in Schwabsburg und den umliegenden Orten verursachte, so die CDU. In der Neubergstraße seien Dachziegel von mehreren Häusern beschädigt worden und der Bauwagen der Kita Schwabsburg umgekippt. Zudem seien auf dem Friedhof mehrere Bäume entwurzelt worden und auf Gräber gekippt. „Einzelne kaputte Ziegel lagen auf dem Friedhof von einem etwa 15 Meter entfernten Haus“, so die CDU. Verletzt wurde niemand.

Die Kritik der CDU: Vom DWD gab es keine Warnungen. Das Unwetter wurde lediglich in Warnstufe 2 eingeordnet. Auf Twitter hatte „Kachelmannwetter“ hingegen schon um 18:35 vor einem Tornado in der Zelle im Süden von Mainz Richtung Groß-Gerau gewarnt. Auch der Meteorologe Dominik Jung hatte den DWD scharf kritisiert.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Stubbe sagt nun: „Wenn andere Wetterdienste eine sich plötzlich aufbauende besondere Wetterlage beobachten und über Twitter deutliche Warnungen herausgeben, dann sollte dies beim Deutschen Wetterdienst ebenfalls möglich und zu erwarten sein.“

Bei einer solchen Wetterlage mit einer Windhose sei eine höhere Warnstufe dringend notwendig, um mögliche Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. „Man sollte sich nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn zu diesem Zeitpunkt eine Weinbergsrundfahrt oder ein Straßenfest stattgefunden hätte. Dann wäre es vermutlich nicht nur bei Sachschäden geblieben“, so Stubbe.

Die CDU habe den DWD kontaktiert und Fragen gestellt. „Eine Nachbereitung ist dringend erforderlich, damit in Zukunft besser gehandelt und auch gewarnt wird.“

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