Das Binger Traditionshotel Starkenburger Hof steht zum Verkauf. Wie die Allgemeine Zeitung berichtet, rufen die Inhaberinnen 900.000 Euro für die Immobilie in der Innenstadt auf.
Das Hotel mit 30 Zimmern liegt nur wenige Schritte vom Rheinufer entfernt direkt an der Fußgängerzone. Die Inhaberinnen, die Schwestern Christa Menges und Beate Menges-Umlauf, hätten das Hotel nach der üblichen Winterpause nicht wieder geöffnet, heißt es in dem Bericht. Als Grund für die Entscheidung gibt Christa Menges gegenüber der Zeitung an: „Wir sind mit unseren Zimmerfrauen alt geworden“.
Stadt braucht dringend moderne Gästebetten
Das Haus blickt auf eine lange Geschichte zurück. Es sei demnach 1863 als Hotel „Belle vue“ eröffnet worden und seit 1904 als Starkenburger Hof geführt. Für einen potenziellen Nachfolger gebe es laut dem Bericht einige Herausforderungen, wie die Nähe zu den Bahngleisen und fehlende Parkplätze. Ideen für die Zukunft reichten von einer Vinothek im Erdgeschoss über Mini-Appartements bis hin zur Aufstockung des Gebäudes.
Die Schließung trifft die Stadt Bingen nun in einer Zeit, in der Hotelbetten dringend benötigt werden. Eine Hotelbedarfsanalyse habe dies erst im vergangenen Jahr bestätigt. Laut Allgemeiner Zeitung nannte Oberbürgermeister Thomas Feser den Starkenburger Hof bereits zu Jahresbeginn als einen „Wackelkandidaten“.
Jens Thiele, Geschäftsführer der Binger Tourismus und Kongress-Gesellschaft (TuK), sagt dem Blatt, es sei für die Region bedauerlich, wenn Bettenkapazität wegfalle. Große Hotelketten würden allerdings erst bei einer Größe von 80 Zimmern aufwärts einsteigen. Zudem fehle es der Stadt an Grundstücken für Neubauprojekte.
Oberbürgermeister Feser beziffert den Bedarf gemäß Bericht auf „120 moderne Gästebetten im mittleren Preissegment und rund 100 weitere mit Wellness und Spa“. Wie TuK-Chef Thiele gegenüber der Zeitung sagt, seien zwar in letzter Zeit neue Kapazitäten entstanden, diese würden den Wegfall von Traditionshäusern aber nicht ausgleichen.