Eine seltene Geburt sorgt im Klinikum Worms für Freude: Am Freitag (26. Juni) konnten die Vierlinge Arik, Ares, Raya und Ruby gemeinsam mit ihren Eltern nach Hause entlassen werden. Das teilt das Klinikum mit. Die vier Geschwister kamen mehr als elf Wochen vor ihrem errechneten Geburtstermin zur Welt.
Für die Eltern Julie Nalugwa Hechler und Günther Hechler aus Ramsen ging mit der Schwangerschaft ein großer Wunsch in Erfüllung. Nach einer zunächst erfolglosen Kinderwunschbehandlung in Deutschland versuchte es das Paar in Uganda, dem Heimatland der Mutter. Die Nachricht der Schwangerschaft war bereits ein „kleines Wunder“, wie sich die Mutter erinnert. Die eigentliche Überraschung folgte beim Ultraschall, als der Gynäkologe nach und nach vier Embryonen entdeckte. „Ich war völlig überwältigt. Natürlich habe ich mich gefreut, aber gleichzeitig hatte ich große Angst. Vier Kinder auf einmal – wie sollen wir das schaffen?“, erzählt sie.
Eine Vierlings-Schwangerschaft gilt als Hochrisikoschwangerschaft und ist mit erheblichen Risiken verbunden. „Die gleichzeitige Entwicklung von vier Föten stellt den Körper der Mutter vor enorme Belastungen“, erklärt Prof. Dr. Thalia Erbes, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin. Um Mutter und Kinder bestmöglich zu überwachen, wurde die werdende Mutter ab der 26. Schwangerschaftswoche stationär im Klinikum aufgenommen.
Geburt war logistische Herausforderung
Wochen vor der Geburt liefen bereits die organisatorischen Vorbereitungen. „Eine Vierlingsgeburt erfordert nicht nur medizinische Expertise, sondern auch eine außergewöhnliche personelle Planung“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Markus Knuf, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Für jedes Baby stand ein eigenes Team aus Ärzten und Pflegekräften bereit.
Am 17. April setzten schließlich die Wehen ein. In der Schwangerschaftswoche 28+1 wurden Arik (1170 Gramm), Ares (995 Gramm), Raya (1060 Gramm) und Ruby (1100 Gramm) per Kaiserschnitt geboren. Alle vier Kinder konnten nach der Geburt selbstständig atmen. „Das ist bei einer Geburt in dieser frühen Schwangerschaftswoche keineswegs selbstverständlich und ein sehr guter Start ins Leben“, so Knuf.
Dankbar für die Unterstützung
Die gute Entwicklung der Vierlinge ist auch der spezialisierten Versorgung im Perinatalzentrum Level 1 des Klinikums zu verdanken. Diese Zentren der höchsten Versorgungsstufe sind auf die Betreuung von Früh- und Risikogeborenen spezialisiert. Für die Mutter war die Zeit im Krankenhaus eine emotionale Belastung. „Aber das Team hat mich durch diese Zeit getragen. Egal ob Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte oder Hebammen – alle haben sich Zeit genommen, alles erklärt und mir jede Angst genommen.“
Nachdem die Mutter bereits zwei Wochen nach der Geburt entlassen werden konnte, fuhr die Familie täglich von Ramsen nach Worms, um bei den Kindern zu sein. Nun durften auch Arik, Ares, Raya und Ruby mit einem Gewicht von rund 3000 Gramm nach Hause. „Am Anfang hatte ich große Angst, ob wir wirklich mit vier Kindern nach Hause gehen würden. Heute dürfen wir genau das tun. Dafür sind wir unendlich dankbar“, sagt die Mutter. Mit Blick auf die Zukunft meint sie lächelnd: „Ehrlich gesagt weiß ich manchmal noch gar nicht, wie wir das alles schaffen sollen. Aber wir freuen uns riesig darauf, endlich als Familie komplett zu Hause zu sein.“