Prozess in Mainz: Mutter und Sohn wegen Arzneimittelverstoßes angeklagt

Eine 74-Jährige und ihr 42-jähriger Sohn müssen sich vor dem Landgericht Mainz verantworten. Sie sollen in Bingen unerlaubt potenziell schädliche Arzneimittel hergestellt und verkauft haben.

Prozess in Mainz: Mutter und Sohn wegen Arzneimittelverstoßes angeklagt

Eine 74-jährige Frau und ihr 42-jähriger Sohn müssen sich ab Freitag, dem 31. Oktober, vor dem Landgericht Mainz verantworten. Das teilt das Gericht mit. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden in 51 Fällen Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz vor.

Als Geschäftsführer zweier Firmen sollen sie zwischen Februar 2018 und Mai 2019 in Laborräumen in Bingen am Rhein ohne die nötige Erlaubnis Arzneimittel hergestellt, zum Verkauf gelagert und in Umlauf gebracht haben.

Verdacht auf schädliche Wirkung

Bei den hergestellten Mitteln handelt es sich unter anderem um sogenannte xenogene Organextrakte. Deren Wirksamkeit konnte laut Staatsanwaltschaft bislang nicht belegt werden. Zudem bestehe der begründete Verdacht, dass die Mittel bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen haben.

Obwohl die Herstellung durch weisungsgebundene Mitarbeiter und auf Rechnung einer der Firmen der Angeklagten erfolgte, sollen sie diese als erlaubnisfreie Eigenherstellung der späteren Abnehmer getarnt haben. Laut Anklage fand die dafür erforderliche Einbindung dieser Abnehmer, sogenannter Therapeuten, im Tatzeitraum jedoch nicht statt. Für den Prozess sind drei Fortsetzungstermine im November angesetzt.