Der Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund (RNN) will sein Tarifsystem einfacher gestalten. Wie der Verbund mitteilte, soll die über 25 Jahre alte und komplizierte Struktur mit rund 100 Waben und 14 Preisstufen schrittweise reformiert werden.
Den Anfang machen die Zeitkarten: Hier sollen Pauschalpreise für Wochen-, Monats- und Jahreskarten eingeführt werden. Ziel ist ein einheitlicher Preis je Ticketart für das gesamte RNN-Verbundgebiet. „Wir wollen den Tarif im RNN Schritt für Schritt verständlicher machen und beginnen deshalb in einem Bereich, in dem eine Vereinfachung kurzfristig umzusetzen ist“, erklärt RNN-Geschäftsführerin Silke Meyer.
Drastische Reduzierung bei Zeitkarten
Aus derzeit 182 Preisstufen- und Ticketart-Kombinationen im Zeitkartenbereich sollen künftig nur noch sechs werden. Unterschieden wird dann nur noch zwischen Wochen-, Monats- und Jahreskarten für Erwachsene sowie für Auszubildende und Schüler.
Ein wesentlicher Grund für die Reform ist die Einführung des Deutschland-Tickets. Dieses macht laut RNN mittlerweile 72 Prozent der Einnahmen aus, während die klassischen, wabengebundenen Zeitkarten nur noch 2,5 Prozent beitragen. Besonders deutlich wird dies bei Schülern, von denen 99,43 Prozent bereits ein Deutschland-Ticket nutzen.
Erste Preise und Zeitplan
Konkrete Preise für die neuen Pauschaltickets nannte der RNN auf Merkurist-Anfrage noch nicht. Allerdings gibt es einen ersten Anhaltspunkt: Die neue Jahreskarte für Auszubildende soll voraussichtlich bei rund 69 Euro pro Monat liegen – und damit vergleichbar mit dem Deutschland-Ticket sein, das derzeit 63 Euro pro Monat kostet und ab 2027 nochmal teurer werden soll. Die Einführung der neuen Pauschalpreise für Zeitkarten ist für das dritte Quartal 2026 geplant.
Für den Gelegenheitsverkehr, also Einzelfahrkarten und Tageskarten, bleibt das Wabensystem vorerst bestehen. Eine Vereinfachung ist hier aber ebenfalls geplant und soll voraussichtlich im Laufe des Jahres 2027 umgesetzt werden.