Junge Frau mit Autismus will in Mainz ihr Leben neu aufbauen

Eine 24-Jährige mit Autismus möchte in Mainz ein selbstständiges Leben beginnen. Ein Projekt der Kreuznacher Diakonie hilft ihr dabei, im Alltag Fuß zu fassen.

Junge Frau mit Autismus will in Mainz ihr Leben neu aufbauen

Die 24-jährige Lynn hat seit einigen Monaten in der Wohneinrichtung „Leben in Gemeinschaft“ in Mainz-Gonsenheim ein neues Zuhause gefunden. Hier möchte sie in ein selbstständiges Leben starten.

Lynn, die eine kaufmännische Ausbildung hat, lebt mit einer Diagnose aus dem Autismusspektrum, wie die Stiftung Kreuznacher Diakonie berichtet. Nach einer Reha-Ausbildung und einer Autismus-Therapie ist sie nach Mainz gekommen, um hier beruflich und privat Fuß zu fassen. Ihr Ziel formuliert sie mit einem Lächeln: „Freunde und eine Arbeit finden, die zu mir passt“.

Unterstützt wird sie dabei von Carina Fischer-Endel und ihrem Team von der aufsuchenden Assistenz der Stiftung. Sie helfen Lynn im Alltag, stärken ihr Selbstbewusstsein und leiten sie an, für sich einzustehen. „Die Menschen hier sind sehr, sehr aufgeschlossen. Sie nehmen die Menschen so wie sie sind. Das finde ich toll“, sagt Lynn über ihre neue Umgebung.

Unterstützung im eigenen Wohnraum

Die aufsuchende Assistenz ist eine ambulante Hilfe für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Sie soll die Selbstbestimmung durch individuelle Begleitung im Alltag, bei der Haushaltsführung oder der Freizeitgestaltung fördern und so ein eigenständiges Leben ermöglichen.

Menschen im Autismus-Spektrum haben oft Schwierigkeiten, nonverbale Signale wie Mimik oder Gestik zu deuten und benötigen klare Strukturen. Die Assistenzkräfte fungieren dabei als eine Art Brücke. Laut der Stiftung geht es nicht darum, die Besonderheiten „wegzutherapieren“, sondern darum, Bedingungen zu schaffen, in denen die Stärken der Betroffenen zur Geltung kommen können.