Die Gefahr, nach einem Mücken- oder Zeckenstich in Rheinland-Pfalz krank zu werden, ist angestiegen. Das geht aus der Bilanz zur Infektionsprävention für das Jahr 2025 des Landesuntersuchungsamts (LUA) hervor. Gründe dafür sind die spürbaren Veränderungen des Klimas und die zunehmende Mobilität der Menschen.
„Die Erkennung und Behandlung mückenübertragener Viruserkrankungen könnten hierzulande bald zur hausärztlichen Routine gehören“, prognostiziert Prof. Dr. Philipp Zanger, Leiter der Abteilung Humanmedizin im LUA. Die zunehmende Ausbreitung sei spürbar.
Erster Fall von West-Nil-Virus in Rheinland-Pfalz
So wurde erst kürzlich erstmals eine Infektion mit dem West-Nil-Virus nachgewiesen, die in Rheinland-Pfalz erworben wurde. Ein 58-jähriger Blutspender aus dem Rhein-Pfalz-Kreis hatte das Bundesland in den Wochen zuvor nicht verlassen. Das Virus, das ursprünglich aus dem südlichen Afrika stammt, wird von heimischen Culex-Mücken übertragen.
Die meisten Infektionen verlaufen ohne Symptome. Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln grippeähnliche Beschwerden. Schwere Verläufe mit Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen sind selten und betreffen vor allem ältere oder immungeschwache Menschen.
Asiatische Tigermücke breitet sich am Rhein aus
Ein weiterer Überträger für tropische Krankheiten wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Fieber ist die Asiatische Tigermücke. Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und wird in Rheinland-Pfalz zunehmend heimisch. Nachgewiesen wurde sie bereits im Landkreis Germersheim, im Rhein-Pfalz-Kreis sowie in Ludwigshafen, Speyer und Mainz.
Übertragungen des Dengue-Virus innerhalb Deutschlands gab es bisher nicht. In den vergangenen zehn Jahren meldeten die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz 270 Fälle, bei denen sich die Betroffenen im Ausland angesteckt hatten. Anders sieht es in Frankreich und Italien aus: Dort infizierten sich laut dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) im Jahr 2025 mehr als 30 Menschen durch den Stich einer Mücke mit dem Dengue-Virus.
Was Bürgerinnen und Bürger jetzt tun können
Im Gegensatz zu heimischen Stechmücken reichen der Asiatischen Tigermücke schon kleinste Wasseransammlungen zur Vermehrung aus, etwa in Regentonnen, Gießkannen oder Blumenuntersetzern. „Für den Erfolg der Eindämmungsmaßnahmen ist die Mitarbeit der Bevölkerung von zentraler Bedeutung“, betont Prof. Dr. Zanger.
Grundstücke und Gärten sollten daher regelmäßig auf kleine Wasseransammlungen überprüft werden. Diese sollten möglichst entfernt oder abgedeckt werden. Zum Schutz vor Stichen raten die Experten außerdem zu langer Kleidung und hautverträglichen Insektenschutzmitteln.