Rheinhessische Bereitschaftspraxis von Schließungen in RLP betroffen

Sieben ärztliche Bereitschaftspraxen im Bundesland müssen am 1. Januar 2024 schließen – eine davon in Rheinhessen. Was die Hintergründe sind und wie die Menschen trotzdem versorgt werden sollen.

Rheinhessische Bereitschaftspraxis von Schließungen in RLP betroffen

Ein Streit zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und dem Gesundheitsministerium hat nun das Aus für sieben Notärztliche Gemeinschaftspraxen in Rheinland-Pfalz zur Folge: Wie der SWR berichtet, sind nicht-niedergelassene Ärzte in solchen Praxen von nun an sozialversichungspflichtig – was die KV dazu bewogen hat, einige Praxen zu schließen. Unter den sieben rheinland-pfälzischen Einrichtungen, die schon am 1. Januar 2024 davon betroffen sind, ist auch eine Notärztliche Gemeinschaftspraxis in Ingelheim.

In Zeiten, in denen immer wieder befürchtet wird, dass die medizinische Versorgung auf dem Land in Rheinhessen knapp wird (zum Beispiel im Bericht über das Heilig-Geist-Hospital in Bingen), sind das brisante Nachrichten. Schließlich sind die Notärztlichen Bereitschaftspraxen gerade nachts sowie an Wochenenden und Feiertagen wichtige Anlaufstellen für diejenigen, die gerade dringend medizinische Hilfe brauchen. Doch gänzlich ohne Ersatz sollen sie nicht bleiben, zumindest in der Nacht.

Wie die Schließungen kompensiert werden sollen

Die KV hat nach Informationen des SWR angekündigt, ab dem neuen Jahr mehr ärztliche Fahrdienste bereitzustellen, die nachts Hausbesuche machen können sollen. Damit die Ärzte zu ihnen kommen, sollen die Menschen zuerst die KV-Patientenservicenummer 116117 anrufen. Qualifiziertes Personal würde dann am Telefon zuerst ihre Situation beurteilen. Wenn so festgestellt werde, dass medizinische Versorgung wahrscheinlich gebraucht werde, könne der Patient zunächst mit einem Arzt sprechen, der dann eventuell auch zu ihm nach Hause käme.

In ganz Rheinland-Pfalz sollen 20 solcher Fahrdienste bereitgestellt werden, die bei Bedarf also auch zu mobilen Patienten nach Hause kommen. Laut Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) und KV-Vorstandsvorsitzendem Peter Heinz sei das sogar ein Plus an medizinischer Versorgung in der Nacht. Außerdem wurde entschieden, dass allen Krankenhäusern mit einer ärztlichen Bereitschaftspraxis angeboten wird, nächtliche Behandlungen über die ambulante Gebührenordnung abzurechnen.