Weshalb sich Menschen in Rheinland-Pfalz am häufigsten krankmelden

Eine Auswertung zeigt, welche Krankheiten für die meisten Fehltage sorgen und wo es eine überraschende Entwicklung gibt.

Weshalb sich Menschen in Rheinland-Pfalz am häufigsten krankmelden

Der Krankenstand bei Beschäftigten in Rheinland-Pfalz ist im ersten Halbjahr 2026 leicht zurückgegangen. Das teilt die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland mit.

Mit 6,4 Prozent lag der Krankenstand um 0,3 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Damit ist er das zweite Jahr in Folge nicht weiter gestiegen. Eine Arbeitsunfähigkeit dauerte im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 10,1 Tage. Auf jedes AOK-Mitglied in rheinland-pfälzischen Betrieben entfielen im Schnitt 11,6 Fehltage.

Das sorgt für die meisten Fehltage

Den größten Anteil an den Fehltagen hatten Muskel- und Skeletterkrankungen mit 20,5 Prozent. Dahinter folgten Atemwegserkrankungen (13,5 Prozent) und psychische Erkrankungen (12,9 Prozent).

Betrachtet man die Anzahl der Krankmeldungen, ergibt sich ein anderes Bild: Hier lagen Atemwegserkrankungen mit 25,6 Prozent an der Spitze, gefolgt von Muskel- und Skeletterkrankungen mit 14,9 Prozent. Die Auswertung macht außerdem deutlich, dass ein erheblicher Teil der Fehlzeiten auf wenige, aber lang andauernde Erkrankungen entfällt. So dauerten nur 3,7 Prozent der Krankmeldungen länger als sechs Wochen, verursachten aber 38,4 Prozent aller Fehltage.

Trendwende bei Atemwegserkrankungen

Eine besondere Entwicklung zeigt sich bei den Atemwegserkrankungen. Ihr Anteil an allen Krankmeldungen war seit 2021, einem Jahr, das stark von der Corona-Pandemie geprägt war, stetig gestiegen. Im ersten Halbjahr 2026 ist dieser Anteil nun erstmals wieder gesunken, von 29 Prozent im Jahr 2025 auf 25,6 Prozent.

„Atemwegserkrankungen verursachen nach wie vor rund ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitsfälle. Gleichzeitig sehen wir erstmals wieder eine klare Bewegung in die rückläufige Richtung“, fasst Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, die Entwicklung zusammen. Die Daten zeigten auch, dass psychische Erkrankungen weiterhin auf einem hohen Niveau liegen.