Das denkt ZDF-Moderatorin Petra Gerster über ihre Heimatstadt Worms

Im radioeins-Podcast „Die blaue Stunde“ spricht die ehemalige „heute“-Moderatorin Petra Gerster über ihren Werdegang als Journalistin. Dabei verrät sie auch, was sie über ihre Heimatstadt Worms denkt und warum sie eigentlich nicht nach Mainz wollte.

Das denkt ZDF-Moderatorin Petra Gerster über ihre Heimatstadt Worms

23 Jahre lang moderierte Petra Gerster die „heute“-Nachrichten im ZDF, bevor sie 2021 offiziell in den Ruhestand ging. Auch heute noch wohnt die gebürtige Rheinhessin in Mainz. Dabei wollte sie ursprünglich gar nicht in die Landeshauptstadt. Das zumindest verriet die 68-Jährige am 21. Mai im Podcast „Die blaue Stunde“ des rbb-Senders radioeins. Auch über ihre Heimatstadt Worms verliert sie nicht nur positive Worte.

Gleich zu Beginn des Gesprächs mit Serdar Somuncu, dem Gastgeber des Podcasts, muss Gerster eine Sache klarstellen: Ihre Heimatstadt Worms liegt nicht im Rheingau, sondern in Rheinhessen. Diese beiden Regionen hatte der Autor und Kabarettist aus Nordrhein-Westfalen nämlich verwechselt. Als sie den Unterschied zwischen den beiden Regionen erklärt – abgesehen von der Lage zum Rhein –, kommt Rheinhessen jedoch nicht ganz so gut davon. „Rheinhessen ist so ein bisschen die ärmlichere Verwandtschaft“, so Gerster. Ihr zufolge sei die Region lange Zeit von Leerstand und Armut geprägt gewesen und sei es auch heute noch.

Petra Gerster über Worms

Ihre Heimatstadt Worms sei nach außen vor allem als Nibelungenstadt und für Kulturdenkmäler wie den Dom und den jüdischen Friedhof bekannt, erzählt Gerster weiter. Auch der Podcast-Moderator Somuncu war offenbar nur ein einziges Mal in Worms: zu den Nibelungen-Festspielen. Dort habe er die Stadt als „farblos“ wahrgenommen und habe sie nicht richtig einordnen können. Dieser Einschätzung widerspricht Gerster nicht.

„Als ich dort aufgewachsen bin, war es eigentlich eine sehr kleinbürgerliche Stadt, aber doch eine Stadt, der es gut ging, die auch Industrie hatte, aber eben auch viele Weingüter drum herum“, so Gerster. Heute gehe es der Stadt ihrer Ansicht nach nicht gut, die Bevölkerung sei nicht sehr reich und habe mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen. „Es gibt wahnsinnig viele Leerstände, wenn man durch die Innenstadt geht“, erzählt Gerster. „Jetzt ist es wahrscheinlich nach Corona alles auch noch viel schlimmer geworden. Das ist sehr schade, ich hoffe, das legt sich auch mal wieder.“

Warum sie nicht nach Mainz wollte

Ob das auch einer der Gründe dafür war, warum sie nach dem Abitur aus Worms wegziehen und etwas anderes sehen wollte, verrät sie nicht. Aber eines sagt sie ganz deutlich: Anders als viele ihrer Mitschüler wollte sie zum Studium nicht nach Mainz ziehen. „Ich wollte weiter weg“, erklärt die 68-Jährige. „Ich wollte nicht nur 50 Kilometer weg von Worms, sondern ich wollte richtig was Anderes erleben.“ Deshalb studierte sie zunächst in Konstanz. Es folgten noch einige weitere Stationen in Paris, den USA, Köln und München, bevor sie 1989 als „heute“-Moderatorin schließlich doch in Mainz landete.

Mittlerweile scheint es Gerster aber ganz gut in Mainz zu gefallen. Denn auch nach dem Ende ihrer langjährigen ZDF-Karriere wohnt sie noch hier. Nach ihrem ZDF-Aus könne sie die Stadt auch etwas mehr genießen, verrät sie im Podcast. Wenn sie zum Beispiel mit dem Fahrrad auf den Lerchenberg fährt, genieße sie es, danach nicht mehr arbeiten zu müssen. Auch in Worms habe sie zuletzt ein schönes Erlebnis gehabt, und zwar bei ihrem 50-jährigen Abiturtreffen. „Das war ganz toll“, so die Rheinhessin.

Die vollständige Podcast-Folge „Die blaue Stunde“ mit Petra Gerster findet ihr hier oder auch auf Spotify.

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