Wie gelingt es, zugewanderte Menschen besser in Ausbildung und Arbeit zu bringen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt „Lotsenhaus“ im Landkreis Mainz-Bingen. Das teilt die Kreisverwaltung am Mittwoch mit. Das vom Integrationsbüro des Landkreises organisierte Treffen soll den Austausch über aktuelle Entwicklungen in Migration und Integration fördern und die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen stärken.
Der Weg in den Arbeitsmarkt für zugewanderte Menschen berührt viele unterschiedliche Zuständigkeiten – von der ersten Beratung über Fragen des Aufenthalts und der Anerkennung von Abschlüssen bis hin zur Vermittlung in eine Beschäftigung. Das Lotsenhaus bringt deshalb Fachleute aus diesen Bereichen zusammen und schafft direkte Wege für den Austausch.
Zahlreiche Akteure an einem Tisch
Beteiligt sind unter anderem verschiedene Bereiche der Kreisverwaltung, das Jobcenter, die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer. Auch die Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration (KAUSA), die Kreisvolkshochschule, die Stadt Ingelheim und weitere Akteure bringen ihre Perspektiven ein.
Der regelmäßige Austausch hilft dabei, Informationen schnell weiterzugeben und bei individuellen Fragestellungen gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Bei Bedarf werden auch konkrete Fälle gemeinsam besprochen. So verbindet das Lotsenhaus den fachlichen Austausch mit Fragen aus der täglichen Arbeit.
„Gute Zusammenarbeit und kurze Wege“
„Arbeitsmarktintegration gelingt nicht allein durch eine einzelne Stelle. Sie braucht gute Zusammenarbeit, abgestimmte Angebote und kurze Wege zwischen den verschiedenen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern“, sagt die Kreisbeigeordnete Almut Schultheiß-Lehn. „Genau hier setzt das Lotsenhaus an: Wir wollen Fachwissen zusammenbringen, Erfahrungen austauschen und gemeinsam Lösungen für die Menschen entwickeln, die bei ihrem Weg in Ausbildung und Arbeit Unterstützung benötigen.“
Bei dem Treffen standen unter anderem aktuelle gesetzliche Entwicklungen im Bereich der Grundsicherung auf der Tagesordnung. Außerdem stellte sich das Team für unbegleitete minderjährige Ausländer vor, das als Teil des Jugendamtes für die entsprechenden Aufgaben zuständig ist.