Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen hat eine neue Online-Plattform gestartet, um bürokratische Hürden für Unternehmen sichtbar zu machen. Wie die IHK am Mittwoch (14. Januar) mitteilt, können Betriebe auf dem sogenannten Bürokratiemelder ab sofort Belastungen melden, etwa bei Genehmigungen, Berichtspflichten oder uneinheitlichen Zuständigkeiten.
Hintergrund ist das IHK-Unternehmensbarometer 2025, laut dem 95 Prozent der Betriebe den Bürokratieabbau als wichtigste Aufgabe für die Politik ansehen. Mit dem neuen Melder sollen konkrete Hürden aus dem Unternehmensalltag nicht nur ein Ärgernis bleiben, sondern zu echten Änderungen führen.
Konkrete Beispiele sollen Politik aufrütteln
Aus der Praxis kennt die IHK bereits typische Fälle. Dazu gehören lange und schwer planbare Genehmigungsverfahren oder der CO₂-Grenzausgleich (CBAM). Auch umfangreiche Berichtspflichten, beispielsweise durch das Lieferkettengesetz, oder technische Probleme bei Anträgen werden häufig genannt. So könne es vorkommen, dass eine Antragssoftware für Schwerlasttransporte die Werte aus Gutachten nicht akzeptiert und mit Fehlermeldungen abbricht.
„Bürokratieabbau gelingt nur, wenn klar ist, wo Verfahren in der Praxis klemmen. Und genau dort hakt es vielerorts: bei Genehmigungen, bei Berichtspflichten, bei uneinheitlichen Zuständigkeiten“, sagt Dr. Marcus Walden, Präsident der IHK für Rheinhessen. „Je konkreter die Beispiele, desto besser lassen sich Regeln vereinfachen und Abläufe beschleunigen.“
Die IHK dokumentiert die eingehenden Fälle und nutzt sie für Gespräche mit Politik und Verwaltung sowie für Stellungnahmen in Gesetzgebungsverfahren. „Bürokratie zeigt sich im Alltag oft in kleinen Hürden, die sich schnell zu großen Belastungen addieren“, erklärt Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Rheinhessen. „Mit dem Bürokratiemelder sammeln wir konkrete Beispiele, damit wir gezielt ansetzen können.“