Die Wirtschaft in Rheinhessen stabilisiert sich, kommt aber seit einem Jahr nicht voran. Das geht aus der Konjunkturumfrage der IHK für Rheinhessen zum Jahresbeginn hervor, die jetzt vorgestellt wurde.
Der Konjunkturklimaindex, ein wichtiger Stimmungsindikator, steigt zwar um zwei Punkte auf 94 Zähler, verfehlt die Wachstumsschwelle von 100 Punkten aber weiterhin deutlich. „Die Wirtschaft ist damit seit einem Jahr nicht vorangekommen. Immerhin ist die Stimmung nicht weiter gesunken – wir sehen erste Anzeichen einer Stabilisierung“, ordnet IHK-Präsident Dr. Marcus Walden die Ergebnisse ein. „Bis zu einem nachhaltigen Aufschwung ist es aber noch ein weiter Weg.“ Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl fordert Walden von der Politik entschlossenes Handeln, etwa schnellere Genehmigungsverfahren bei Infrastrukturprojekten.
Erwartungen leicht verbessert
Die aktuelle Geschäftslage bewerten 29 Prozent der Unternehmen als schlecht, 48 Prozent als befriedigend und 23 Prozent als gut. Der Blick in die Zukunft ist etwas positiver: Zwar rechnen 26 Prozent mit einer schlechteren Geschäftsentwicklung, doch 20 Prozent gehen von einer positiven Entwicklung aus. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als Anfang 2025. Die Mehrheit (54 Prozent) erwartet eine gleichbleibende Lage.
„Dass sich die Erwartungen leicht aufhellen, zeigt die Bereitschaft vieler Unternehmen, trotz anhaltender Unsicherheiten nach vorne zu schauen“, betont IHK-Hauptgeschäftsführerin Karina Szwede. Sie warnt jedoch: „Diese Entwicklung bleibt jedoch fragil. Ohne verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen droht die Phase schwachen Wachstums länger anzuhalten.“
Investitionen und Arbeitsmarkt unter Druck
Die Investitionsbereitschaft bleibt schwach. Ein Viertel der Betriebe plant höhere Investitionen, während 29 Prozent Kürzungen vorsehen. Auch am Arbeitsmarkt setzt sich der negative Trend fort: 30 Prozent der Unternehmen planen einen Stellenabbau, nur 13 Prozent wollen neue Mitarbeiter einstellen.
Als größte Geschäftsrisiken nennen die befragten Unternehmen die wirtschaftspolitischen Bedingungen und den Inlandsabsatz (jeweils 62 Prozent). Dahinter folgen die Arbeitskosten (58 Prozent) sowie Energiepreise und der Fachkräftemangel (je 42 Prozent). Für die Umfrage wurden 732 Unternehmen in Rheinhessen befragt.